Wie viel netto bleibt in Steuerklasse III?
Von 3.500 € brutto im Monat bleiben in Steuerklasse III im Jahr 2026 rund 2.631 € netto, also 75,2 % des Bruttolohns. Abgezogen werden 108 € Steuern und 761 € Sozialabgaben im Monat.
Gegenüber Steuerklasse I sind das 294,42 € mehr netto im Monat, 3.533 € mehr im Jahr. Die Tabelle zeigt das Netto in Steuerklasse III für die häufigsten Bruttolöhne.
| Brutto/Monat | Lohnsteuer | Sozialabgaben | Netto/Monat |
|---|---|---|---|
| 2.500 € | 0,00 € | 543,75 € | 1.956,25 € |
| 3.000 € | 33,83 € | 652,50 € | 2.313,67 € |
| 3.500 € | 108,00 € | 761,25 € | 2.630,75 € |
| 4.000 € | 198,83 € | 870,00 € | 2.931,17 € |
| 5.000 € | 398,00 € | 1.087,50 € | 3.514,50 € |
Alle Werte gelten für 2026 in Nordrhein-Westfalen, ohne Kirchensteuer, für Kinderlose ab 23 Jahren und mit dem durchschnittlichen Krankenkassen-Zusatzbeitrag von 2,9 %. Ihren eigenen Fall rechnen Sie oben im Rechner, der bereits auf Steuerklasse III eingestellt ist.
Was wird in Steuerklasse III abgezogen?
Die Steuerklasse ändert nur die Lohnsteuer und die daran hängenden Zuschläge. Die Sozialabgaben von 761,25 € im Monat sind in jeder Klasse gleich. So sieht die vollständige Abrechnung bei 3.500 € brutto aus.
| Position | Monat | Jahr |
|---|---|---|
| Bruttolohn | 3.500,00 € | 42.000,00 € |
| Lohnsteuer | -108,00 € | -1.296,00 € |
| Solidaritätszuschlag | 0,00 € | 0,00 € |
| Rentenversicherung (9,3 %) | -325,50 € | -3.906,00 € |
| Krankenversicherung (7,3 % plus Zusatzbeitrag) | -306,25 € | -3.675,00 € |
| Pflegeversicherung (1,8 % plus 0,6 % für Kinderlose) | -84,00 € | -1.008,00 € |
| Arbeitslosenversicherung (1,3 %) | -45,50 € | -546,00 € |
| Nettolohn | 2.630,75 € | 31.569,00 € |
Vor der Lohnsteuer werden der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € nach § 9a EStG und die Vorsorgeaufwendungen abgezogen. Das zu versteuernde Einkommen beträgt damit 32.145 € im Jahr, auf das der Tarif nach § 32a EStG angewendet wird. Der Solidaritätszuschlag fällt erst über einer Jahreslohnsteuer von 20.350 € an (§ 3 SolzG). Wie sich die Sozialabgaben zusammensetzen, steht im Brutto-Netto-Rechner.
Steuerklasse III im Vergleich zu den anderen Klassen
Bei gleichem Bruttolohn von 3.500 € unterscheiden sich die sechs Klassen allein über die Lohnsteuer. Klasse III bringt mit 2.631 € das höchste Netto, Klasse VI mit 1.964 € das niedrigste.
| Steuerklasse | Lohnsteuer/Monat | Netto/Monat | Differenz zu III |
|---|---|---|---|
| Steuerklasse I | 402,42 € | 2.336,33 € | -294,42 € |
| Steuerklasse II | 302,33 € | 2.436,42 € | -194,33 € |
| Steuerklasse III (diese Seite) | 108,00 € | 2.630,75 € | – |
| Steuerklasse IV | 402,42 € | 2.336,33 € | -294,42 € |
| Steuerklasse V | 775,00 € | 1.963,75 € | -667,00 € |
| Steuerklasse VI | 775,00 € | 1.963,75 € | -667,00 € |
Die Klassen V und VI werden nach derselben Formel des § 39b Abs. 2 Satz 7 EStG berechnet und liegen deshalb hier gleich auf. In der Lohnabrechnung fällt Klasse VI meist etwas höher aus, weil die Vorsorgepauschale anders angesetzt wird. Welche Kombination sich für ein Paar rechnet, zeigt der Steuerklassen-Rechner.
Für wen gilt Steuerklasse III?
Verheiratete und Verpartnerte, deren Partner in Steuerklasse V ist, meist der deutlich höhere Verdienst.
Steuerklasse III setzt nach § 38b Abs. 1 Nr. 3 EStG eine Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft voraus, bei der beide unbeschränkt steuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben. Der Partner muss in Klasse V geführt werden. Verwitwete stehen im Todesjahr und im Folgejahr ebenfalls in Klasse III.
Wann lohnt sich ein Wechsel?
III/V lohnt sich, wenn ein Partner deutlich mehr verdient, als Faustregel ab etwa 60 zu 40. Verdienen beide ähnlich viel, ist IV/IV oder IV mit Faktor nach § 39f EStG die bessere Wahl, weil die Belastung dann schon unterjährig richtig verteilt wird. Der Wechsel ist beim Finanzamt formlos möglich und mehrmals im Jahr erlaubt.
Der Wechsel wird beim Finanzamt beantragt, gilt ab dem Folgemonat und ist mehrmals im Jahr möglich. Wie sich das auf das Netto auswirkt, prüfen Sie vorher im Steuerklassen-Rechner; welche Klasse Ihnen aktuell zugeordnet ist, klärt der Ratgeber Welche Steuerklasse habe ich.
Die häufigsten Fehler in Steuerklasse III
- Das gemeinsame Netto nicht gerechnet. Klasse III bringt dem einen mehr Netto, kostet dem Partner in Klasse V aber überproportional viel. Entscheidend ist die Summe beider Nettolöhne, nicht die eigene Abrechnung.
- Die Nachzahlung übersehen. III/V führt fast immer zu einer Nachzahlung, weil im Jahr zu wenig Lohnsteuer einbehalten wurde. Das Geld ist nicht verloren, es war nur noch nicht fällig.
- Vor dem Elterngeld zu spät gewechselt. Das Elterngeld bemisst sich am Netto der zwölf Monate vor der Geburt. Ein Wechsel in Klasse III muss deshalb früh genug erfolgen, nicht erst kurz vorher.
Steuererklärung, Nachzahlung und Erstattung
Wer in Klasse III steht, muss eine Steuererklärung abgeben. Die Kombination III/V löst nach § 46 Abs. 2 Nr. 3a EStG die Pflichtveranlagung aus. Rechnen Sie mit einer Nachzahlung und legen Sie den Unterschied zwischen III/V-Netto und IV/IV-Netto monatlich zurück.
Was Sie zurückholen können, schätzt der Lohnsteuer-Erstattungs-Check. Welche Ausgaben überhaupt zählen, zeigt Was kann ich absetzen, und wer pendelt, rechnet die Entfernungspauschale im Pendlerpauschale-Rechner nach.
Wie holen Sie in Steuerklasse III mehr netto heraus?
An den 869 € Abzügen im Monat lässt sich mehr ändern als am Bruttolohn. Diese Wege wirken sofort oder spätestens mit der nächsten Erklärung:
- Freibetrag eintragen lassen. Wer regelmäßig hohe Werbungskosten hat, lässt sie in die Lohnsteuerabzugsmerkmale eintragen. Die Lohnsteuer sinkt dann jeden Monat statt erst im Folgejahr.
- Entgeltumwandlung prüfen. Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge mindern das steuer- und beitragspflichtige Brutto. Was netto übrig bleibt, zeigt der bAV-Rechner.
- Krankenkasse vergleichen. Zwischen der günstigsten und der teuersten Kasse liegen über zwei Prozentpunkte Zusatzbeitrag. Der Krankenkassen-Rechner rechnet die Ersparnis aus.
- Kirchensteuer einrechnen. Sie beträgt 9 Prozent der Lohnsteuer, in Bayern und Baden-Württemberg 8 Prozent, und ist im Kirchensteuer-Rechner aufgeschlüsselt.
Kirchensteuer, Bundesland und Kinder: was das Netto noch verschiebt
Die Steuerklasse ist nur einer von vier Schaltern. Drei weitere verschieben das Netto in Steuerklasse III spürbar, und alle drei fragt der Rechner oben ab.
| Variante bei 3.500 € brutto | Netto/Monat | Unterschied |
|---|---|---|
| Grundfall: NW, ohne Kirchensteuer, kinderlos | 2.630,75 € | – |
| mit Kirchensteuer (9 Prozent der Lohnsteuer) | 2.621,03 € | -9,72 € |
| mit Kindern (ohne Pflege-Zuschlag von 0,6 Prozent) | 2.647,42 € | +16,67 € |
| in Sachsen (höherer Pflege-Anteil) | 2.616,92 € | -13,83 € |
Die Kirchensteuer beträgt 9 Prozent der Lohnsteuer, in Bayern und Baden-Württemberg 8 Prozent. Der Zuschlag zur Pflegeversicherung von 0,6 % trifft Kinderlose ab 23 Jahren und entfällt mit dem ersten Kind dauerhaft. In Sachsen tragen Arbeitnehmer 2,3 % statt 1,8 % zur Pflegeversicherung, weil dort ein Feiertag weniger als Ausgleich gestrichen wurde. Ansonsten ist das Netto bundesweit gleich: Lohnsteuer und Sozialabgaben sind Bundesrecht.
Wer Kinder hat, sollte zusätzlich den Kinderfreibetrag im Blick behalten. Er wirkt nicht auf die Lohnsteuer, sondern erst bei der Veranlagung, und das Finanzamt prüft von selbst, ob Kindergeld oder Freibetrag günstiger ist. Nachrechnen können Sie das im Kinderfreibetrag-Rechner.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Nehmen wir einen Bruttolohn von 3.000 € im Monat, also 36.000 € im Jahr. Davon zieht der Arbeitgeber zuerst die Sozialabgaben ab: 279,00 € Rentenversicherung, 262,50 € Krankenversicherung, 72,00 € Pflegeversicherung und 39,00 € Arbeitslosenversicherung, zusammen 652,50 €.
Für die Lohnsteuer zählt nicht der Bruttolohn, sondern das zu versteuernde Einkommen. Vom Jahresbrutto gehen der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 €, der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 € und die Vorsorgeaufwendungen ab. Übrig bleiben 27.372 €, und darauf wird der Tarif der Steuerklasse III angewendet: 406 € Lohnsteuer im Jahr, 33,83 € im Monat.
Unter dem Strich bleiben 2.313,67 € netto im Monat. Von jedem zusätzlichen Euro Bruttolohn kommt deutlich weniger an als dieser Durchschnitt vermuten lässt: Bei 3.000 € brutto liegt die Grenzbelastung aus Steuern und Sozialabgaben bei 35,3 %. Was eine Gehaltserhöhung wirklich bringt, rechnet der Gehaltserhöhungs-Rechner durch, und die Übersicht Netto nach Gehalt zeigt dieselbe Rechnung für jeden gängigen Bruttolohn.
Was Steuerklasse III für Elterngeld und Krankengeld bedeutet
Lohnersatzleistungen bemessen sich am Nettoeinkommen, nicht am Brutto. Die Steuerklasse entscheidet damit mit, wie hoch Elterngeld, Krankengeld, Arbeitslosengeld und Mutterschaftsgeld ausfallen. Bei 3.500 € brutto beträgt das maßgebliche Netto in Steuerklasse III rund 2.631 €, in Klasse III wären es 2.631 € und in Klasse V 1.964 €.
Das ist der eigentliche Hebel der Klasse III: Wer vor einer Elternzeit in Klasse III wechselt, erhöht das maßgebliche Netto und damit das Elterngeld. Der Wechsel muss allerdings rechtzeitig vor dem Bemessungszeitraum erfolgen, in der Regel sieben Monate vor dem Monat der Geburt.
Die konkreten Beträge rechnen der Elterngeld-Rechner, der Krankengeld-Rechner und der Arbeitslosengeld-Rechner aus.
Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung, keine Endabrechnung
Die Lohnsteuer, die in Steuerklasse III jeden Monat abgezogen wird, ist eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer des Jahres. Endgültig festgesetzt wird die Steuer erst mit dem Steuerbescheid, und dann zählt nur noch das Jahreseinkommen, nicht die Klasse. Genau deshalb ändert ein Klassenwechsel für ein Ehepaar nichts an der gemeinsamen Jahressteuer, sondern nur daran, wann das Geld fließt.
Praktisch heißt das zweierlei. Erstens: Eine hohe Erstattung ist kein Gewinn, sondern ein zinsloses Darlehen an den Staat, das im laufenden Jahr gefehlt hat. Zweitens: Eine Nachzahlung ist kein Fehler in der Abrechnung, sondern die Folge eines Abzugs, der unterjährig zu niedrig angesetzt war. Wer den Betrag jeden Monat zurücklegt, für den ist sie eine Buchung und keine Überraschung. Die Fristen dafür stehen im Geld-Kalender.
So rechnen wir
Der Rechner folgt dem Einkommensteuertarif 2026 nach § 32a EStG und den Beitragssätzen der Sozialversicherung nach § 241 SGB V. Die Beitragsbemessungsgrenzen liegen 2026 bei 69.750 € für Kranken- und Pflegeversicherung und bei 101.400 € für Renten- und Arbeitslosenversicherung. Der Grundfreibetrag beträgt 12.348 €.
Die Werte sind eine Schätzung auf Basis des amtlichen Programmablaufplans und ersetzen keine Lohnabrechnung: Ihr Arbeitgeber rechnet zusätzlich mit Ihren individuellen Freibeträgen, dem tatsächlichen Zusatzbeitrag Ihrer Kasse und etwaigen Kinderfreibeträgen. Mehr dazu unter So rechnen wir.



