Wie hoch ist die Kirchensteuer in Bayern?
Die Kirchensteuer in Bayern beträgt 8,0 % der Lohn- oder Einkommensteuer, nicht des Bruttoeinkommens. Bei 4.000 € brutto im Monat sind das rund 41,67 € im Monat oder 500 € im Jahr.
Bayern erhebt wie Bayern und Baden-Württemberg den niedrigeren Satz von 8 Prozent. In den übrigen 14 Bundesländern sind es 9 Prozent. Bemessungsgrundlage ist die festgesetzte Einkommensteuer nach § 51a EStG, die sich aus dem Tarif in § 32a EStG ergibt.
Kirchensteuer in Bayern nach Gehalt
Die Tabelle zeigt, was Kirchenmitglieder in Bayern bei 8,0 % tatsächlich zahlen, gerechnet für Steuerklasse I ohne Kinder im Steuerjahr 2026.
| Brutto/Monat | Kirchensteuer/Monat | Kirchensteuer/Jahr | Netto mit Kirche |
|---|---|---|---|
| 3.000 € | 23,25 € | 279 € | 2.034 € |
| 4.000 € | 41,67 € | 500 € | 2.568 € |
| 5.000 € | 62,19 € | 746 € | 3.073 € |
| 6.000 € | 85,43 € | 1.025 € | 3.563 € |
Ihr eigenes Ergebnis rechnet der Kirchensteuer-Rechner, das vollständige Netto der Brutto-Netto-Rechner.
Wer zahlt in Bayern Kirchensteuer?
Kirchensteuerpflichtig ist, wer Mitglied einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft ist und in Deutschland Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. Das betrifft vor allem die evangelische und die katholische Kirche sowie mehrere jüdische Gemeinden.
Bei Angestellten behält der Arbeitgeber die Kirchensteuer direkt vom Lohn ein und führt sie ab. Maßgeblich ist das Bundesland der Betriebsstätte des Arbeitgebers, nicht zwingend Ihr Wohnort. Wer keiner steuererhebenden Religionsgemeinschaft angehört, zahlt keine Kirchensteuer.
Auf Kapitalerträge wird die Kirchensteuer über die Abgeltungsteuer automatisch mit einbehalten, sofern kein Sperrvermerk beim Bundeszentralamt für Steuern vorliegt. Details im Abgeltungssteuer-Rechner.
Kirchensteuer von der Steuer absetzen
Gezahlte Kirchensteuer ist in voller Höhe als Sonderausgabe abziehbar. Bei 500 € im Jahr mindert das Ihr zu versteuerndes Einkommen um denselben Betrag, sodass ein Teil über die Steuererklärung zurückkommt. Die tatsächliche Entlastung hängt von Ihrem Grenzsteuersatz ab.
Der Abzug erfolgt automatisch, wenn Sie die Beträge aus der Lohnsteuerbescheinigung in die Anlage Sonderausgaben übernehmen. Was sonst noch abziehbar ist, zeigt Was kann ich absetzen.
Was bringt ein Kirchenaustritt in Bayern?
Ein Austritt beendet die Kirchensteuerpflicht ab dem Folgemonat, in einigen Ländern ab dem Monat nach der Erklärung. Bei 4.000 € brutto steigt das Netto um rund 41,67 € im Monat, also 500 € im Jahr. Weil die Kirchensteuer als Sonderausgabe abziehbar ist, fällt der tatsächliche Vorteil etwas geringer aus.
Die Erklärung erfolgt je nach Bundesland beim Standesamt oder beim Amtsgericht und ist gebührenpflichtig. Der Austritt hat kirchenrechtliche Folgen, etwa für kirchliche Trauung, Patenamt und Beerdigung.
Kirchensteuer im Ländervergleich
| Bundesland | Kirchensteuersatz |
|---|---|
| Baden-Württemberg | 8,0 % |
| Bayern | 8,0 % |
| Berlin | 9,0 % |
| Brandenburg | 9,0 % |
| Bremen | 9,0 % |
| Hamburg | 9,0 % |
| Hessen | 9,0 % |
| Mecklenburg-Vorpommern | 9,0 % |
| Niedersachsen | 9,0 % |
| Nordrhein-Westfalen | 9,0 % |
| Rheinland-Pfalz | 9,0 % |
| Saarland | 9,0 % |
| Sachsen | 9,0 % |
| Sachsen-Anhalt | 9,0 % |
| Schleswig-Holstein | 9,0 % |
| Thüringen | 9,0 % |
Alle Sätze im Überblick: Kirchensteuer 2026 nach Bundesland.