Die Pendlerpauschale beträgt 2026 einheitlich 0,38 Euro je Entfernungskilometer, erstmals ab dem ersten Kilometer. Bei 25 Kilometern einfachem Arbeitsweg und 220 Arbeitstagen setzen Sie 2.090 Euro als Werbungskosten ab. Steuern spart davon nur der Teil über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro.
Wie hoch ist die Pendlerpauschale 2026?
2026 gilt ein einheitlicher Satz von 0,38 Euro je Entfernungskilometer ab dem ersten Kilometer. Bis einschließlich 2025 gab es zwei Stufen: 0,30 Euro für die ersten 20 Kilometer und 0,38 Euro ab Kilometer 21. Die Vereinheitlichung wurde Ende 2025 per Steueränderungsgesetz beschlossen. Rechtsgrundlage der Entfernungspauschale ist Paragraf 9 Absatz 1 Nummer 4 EStG.
| Entfernung (einfach) | Satz 2025 | Satz 2026 |
|---|---|---|
| Kilometer 1 bis 20 | 0,30 Euro | 0,38 Euro |
| Ab Kilometer 21 | 0,38 Euro | 0,38 Euro |
Die Pauschale gilt verkehrsmittelunabhängig: Auto, Bahn, Fahrrad oder Fußweg, der Satz ist immer gleich. Nur wer nicht mit dem eigenen oder überlassenen Pkw fährt, ist auf 4.500 Euro im Jahr gedeckelt; mit dem eigenen Auto gibt es keine Obergrenze.
Wie berechnen Sie die Pendlerpauschale richtig?
Die Formel lautet: Entfernungskilometer mal 0,38 Euro mal Arbeitstage. Angesetzt wird nur die einfache Entfernung, nicht Hin- und Rückweg, und zwar die kürzeste Straßenverbindung. Eine längere Route zählt nur, wenn sie offensichtlich verkehrsgünstiger ist und regelmäßig genutzt wird. Angefangene Kilometer werden abgerundet.
Als Arbeitstage zählen nur Tage, an denen Sie die erste Tätigkeitsstätte tatsächlich aufgesucht haben. Bei einer 5-Tage-Woche akzeptieren Finanzämter üblicherweise 220 bis 230 Tage, Urlaubs-, Krank- und Homeoffice-Tage müssen Sie abziehen. Die Rechnung übernimmt der Pendlerpauschale-Rechner.
Was bringt die Pauschale bei 15, 25 und 50 Kilometern?
Drei Rechenbeispiele mit 220 Arbeitstagen und dem Satz von 0,38 Euro:
| Einfache Entfernung | Pauschale 2026 | Zum Vergleich 2025 | Vorteil 2026 |
|---|---|---|---|
| 15 km | 1.254 Euro | 990 Euro | +264 Euro |
| 25 km | 2.090 Euro | 1.738 Euro | +352 Euro |
| 50 km | 4.180 Euro | 3.828 Euro | +352 Euro |
Die Steuerersparnis ergibt sich aus der Pauschale mal Ihrem Grenzsteuersatz. Bei 45.000 Euro zu versteuerndem Einkommen liegt der Grenzsteuersatz 2026 bei rund 34 Prozent: 2.090 Euro Pauschale entlasten dann um bis zu rund 710 Euro, sofern der Pauschbetrag bereits durch andere Werbungskosten ausgeschöpft ist.
Warum wirkt die Pauschale erst über 1.230 Euro?
Das Finanzamt zieht jedem Arbeitnehmer automatisch den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro als Werbungskosten ab, ganz ohne Nachweise. Nur Werbungskosten oberhalb dieser Schwelle senken die Steuer zusätzlich. Bei 15 Kilometern Arbeitsweg (1.254 Euro Pauschale) wirken ohne weitere Kosten also nur 24 Euro zusätzlich.
Deshalb lohnt es sich, alle Werbungskosten zu bündeln: Pendlerpauschale plus Homeoffice-Pauschale, Arbeitsmittel, Fortbildungen und Kontoführung. Was alles zählt, zeigt der Überblick Was kann ich absetzen?.
Können Sie Pendlerpauschale und Homeoffice-Pauschale kombinieren?
Ja, aber grundsätzlich nicht für denselben Tag: Für jeden Kalendertag gibt es entweder die Entfernungspauschale (Fahrt zur ersten Tätigkeitsstätte) oder die Homeoffice-Pauschale von 6 Euro. Bei 220 Arbeitstagen mit 100 Bürotagen und 120 Homeoffice-Tagen ergeben sich bei 25 Kilometern: 100 mal 25 mal 0,38 Euro = 950 Euro plus 120 mal 6 Euro = 720 Euro, zusammen 1.670 Euro.
Eine Ausnahme gilt, wenn Ihnen beim Arbeitgeber dauerhaft kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht: Dann dürfen Sie für denselben Tag Homeoffice-Pauschale und Fahrtkosten ansetzen.
Welche Fehler kosten Pendler bares Geld?
Die drei teuersten Fehler: Erstens Hin- und Rückweg statt der einfachen Entfernung angeben, das fällt bei der Prüfung auf und kostet Vertrauen. Zweitens Homeoffice-Tage nicht herausrechnen, auch das gleichen Finanzämter zunehmend mit den Angaben zur Homeoffice-Pauschale ab. Drittens die Pauschale gar nicht eintragen, weil "sich das nicht lohnt": Schon ab etwa 15 Kilometern übersteigt allein die Pendlerpauschale den Pauschbetrag.
Dienstreisen sind übrigens keine Fälle der Entfernungspauschale: Für Auswärtstätigkeiten gelten Reisekosten mit 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer plus Verpflegungsmehraufwand.
Was gilt für Geringverdiener ohne Steuerlast?
Wer mit seinem zu versteuernden Einkommen unter dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro bleibt, kann über die Mobilitätsprämie 14 Prozent der erhöhten Pendlerpauschale direkt erstattet bekommen, obwohl keine Steuer anfällt. Den Antrag stellen Sie mit der Einkommensteuererklärung.
Ob und wie viel Sie über alle Posten zurückbekommen, überschlägt der Lohnsteuer-Erstattungs-Check in wenigen Minuten.
Wie bestimmen Sie die Entfernungskilometer korrekt?
Maßgeblich ist die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, gemessen in vollen Kilometern, angefangene Kilometer werden abgerundet. Eine längere Strecke dürfen Sie nur ansetzen, wenn sie offensichtlich verkehrsgünstiger ist und Sie sie regelmäßig nutzen, etwa zur Umfahrung eines dauerhaften Staus.
Nur die einfache Entfernung zählt, nicht Hin- und Rückweg. Als erste Tätigkeitsstätte gilt der dauerhaft zugeordnete Arbeitsort, wer keinen festen Ort hat, fällt unter das Reisekostenrecht. Die Rechnung übernimmt der Pendlerpauschale-Rechner.
Was gilt für Bahn, Bus und das Deutschlandticket?
Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln setzen Sie die Entfernungspauschale von 0,38 Euro je Kilometer an, gedeckelt auf 4.500 Euro im Jahr. Liegen Ihre tatsächlichen Ticketkosten darüber, dürfen Sie stattdessen diese höheren Kosten ansetzen, dann ohne Deckel.
Das Deutschlandticket für 58 Euro im Monat, also 696 Euro im Jahr, liegt bei kurzen Wegen oft unter der Pauschale, sodass die Kilometerpauschale günstiger bleibt. Zahlt der Arbeitgeber ein Jobticket steuerfrei, mindert das die abziehbare Pauschale entsprechend.
Wie funktioniert die Pendlerpauschale bei Fahrgemeinschaften?
In einer Fahrgemeinschaft setzt jeder Mitfahrer seine eigene Entfernung mit 0,38 Euro an, auch der Beifahrer. Für Mitfahrer gilt allerdings der Deckel von 4.500 Euro, weil sie nicht mit dem eigenen Pkw fahren. Nur der Fahrer hat an seinen Fahrtagen keine Obergrenze.
Umwege zum Abholen der Mitfahrer zählen nicht zur maßgeblichen Entfernung. Jeder rechnet ausschließlich die kürzeste Verbindung zwischen seiner eigenen Wohnung und der Arbeit. So kann sich innerhalb einer Fahrgemeinschaft eine unterschiedliche Pauschale ergeben.
Was gilt zusätzlich bei doppelter Haushaltsführung?
Wer aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung am Arbeitsort unterhält, setzt neben einer wöchentlichen Familienheimfahrt mit 0,38 Euro je Entfernungskilometer auch die Unterkunftskosten bis 1.000 Euro im Monat ab. Voraussetzung ist ein eigener Hausstand am Lebensmittelpunkt und eine berufliche Veranlassung der Zweitwohnung.
Für die täglichen Wege zwischen Zweitwohnung und Arbeit gilt weiter die normale Entfernungspauschale. Was insgesamt zusammenkommt, ordnet der Überblick Was kann ich absetzen? ein.
Was bringt die Pauschale über verschiedene Entfernungen und Arbeitstage?
Die Pauschale wächst linear mit Entfernung und Arbeitstagen. Die folgende Tabelle zeigt die absetzbaren Werbungskosten 2026 bei 0,38 Euro je Kilometer für gängige Kombinationen.
| Entfernung | 210 Tage | 220 Tage | 230 Tage |
|---|---|---|---|
| 10 km | 798 Euro | 836 Euro | 874 Euro |
| 20 km | 1.596 Euro | 1.672 Euro | 1.748 Euro |
| 30 km | 2.394 Euro | 2.508 Euro | 2.622 Euro |
| 40 km | 3.192 Euro | 3.344 Euro | 3.496 Euro |
Bereits ab rund 15 Kilometern übersteigt die Pendlerpauschale allein den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro. Wer zusätzlich im Homeoffice arbeitet, kombiniert beide Pauschalen, die Details erklärt der Ratgeber Homeoffice-Pauschale 2026.
Rechenbeispiel: Wie viel Mobilitätsprämie erhalten Geringverdiener?
Wer mit seinem zu versteuernden Einkommen unter dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro bleibt, bekommt keine Steuerersparnis, aber 14 Prozent der Pendlerpauschale oberhalb des Arbeitnehmer-Pauschbetrags als Mobilitätsprämie ausgezahlt. Bei 40 Kilometern und 220 Tagen ergibt das eine Prämie von rund 296 Euro.
| Rechenschritt | Betrag |
|---|---|
| Pendlerpauschale (40 km × 0,38 € × 220 Tage) | 3.344 Euro |
| abzüglich Arbeitnehmer-Pauschbetrag | 1.230 Euro |
| Bemessungsgrundlage der Prämie | 2.114 Euro |
| Mobilitätsprämie (14 %) | rund 296 Euro |
Die Prämie beantragen Sie mit der Einkommensteuererklärung. Ob sich die Abgabe für Sie insgesamt lohnt, überschlägt der Lohnsteuer-Erstattungs-Check.
Was gilt für Menschen mit Behinderung?
Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 70 oder mindestens 50 mit Merkzeichen G dürfen statt der Entfernungspauschale die tatsächlichen Fahrtkosten oder 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer für Hin- und Rückweg ansetzen. Das verdoppelt den Kilometeransatz gegenüber der einfachen Entfernung.
Diese Wahl treffen Sie jährlich neu und für jede Fahrt einheitlich. Neben den Fahrtkosten steht diesen Personen der Behinderten-Pauschbetrag zu, den das Finanzamt zusätzlich berücksichtigt. Was Sie sonst noch geltend machen können, zeigt der Ratgeber Was kann ich von der Steuer absetzen?.
Wie weisen Sie Ihre Fahrten gegenüber dem Finanzamt nach?
Einen förmlichen Nachweis verlangt das Finanzamt meist nicht, plausible Angaben genügen. Sinnvoll sind eine Aufstellung der Arbeitstage und die Route mit der Kilometerangabe, etwa aus einem Routenplaner. Bei Nachfrage helfen Tankbelege, Werkstattrechnungen mit Kilometerstand oder eine Bescheinigung des Arbeitgebers über die Anwesenheitstage.
Besonders geprüft werden hohe Kilometerzahlen und die Zahl der Arbeitstage im Verhältnis zu den Homeoffice-Angaben. Halten Sie beides konsistent, sonst folgt eine Rückfrage. Die saubere Rechnung übernimmt der Pendlerpauschale-Rechner.
Was gilt für die Pendlerpauschale mit Dienstwagen?
Wer einen Firmenwagen auch privat nutzt, versteuert den geldwerten Vorteil für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit mit 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises je Entfernungskilometer und Monat. Diesen versteuerten Vorteil dürfen Sie im Gegenzug als Entfernungspauschale wieder ansetzen, sodass er sich teilweise ausgleicht.
Alternativ ist die günstigere Einzelbewertung mit 0,002 Prozent je tatsächlicher Fahrt möglich, sinnvoll bei vielen Homeoffice-Tagen. Was der Dienstwagen netto kostet, rechnet der Firmenwagen-Rechner aus.
Wann gelten Reisekosten statt der Entfernungspauschale?
Bei Auswärtstätigkeiten, also Dienstreisen zu einem anderen als der ersten Tätigkeitsstätte, gilt nicht die Entfernungspauschale, sondern das Reisekostenrecht. Dann setzen Sie 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer für Hin- und Rückweg an, also den doppelten Weg, plus Verpflegungsmehraufwand und Übernachtungskosten.
Der Verpflegungsmehraufwand beträgt 14 Euro ab 8 Stunden Abwesenheit und 28 Euro bei ganztägiger Abwesenheit. Die Pauschalen rechnet der Verpflegungsmehraufwand-Rechner aus.
Was gilt für Grenzpendler und sehr weite Arbeitswege?
Auch bei sehr weiten Arbeitswegen gibt es keine Obergrenze für die Pendlerpauschale, solange Sie mit dem eigenen Pkw fahren. Bei 80 Kilometern einfacher Entfernung und 220 Arbeitstagen ergeben sich 6.688 Euro Werbungskosten, allein aus den Fahrten. Das Finanzamt akzeptiert hohe Werte, prüft bei extremen Angaben aber die Plausibilität von Weg und Arbeitstagen.
Grenzpendler ins Ausland setzen die Pauschale in der deutschen Steuererklärung an, wenn sie in Deutschland steuerpflichtig sind. Bei ausländischem Wohnsitz gelten die Doppelbesteuerungsabkommen. Ihre absetzbaren Fahrtkosten rechnet der Pendlerpauschale-Rechner aus, das Gesamtnetto der Brutto-Netto-Rechner.
Können Sie die Pendlerpauschale rückwirkend geltend machen?
Ja. Wer die Pauschale in einem früheren Jahr vergessen hat, kann sie über eine freiwillige Steuererklärung bis zu vier Jahre rückwirkend nachholen, für 2022 also noch bis Ende 2026. Voraussetzung ist, dass für das betreffende Jahr noch kein bestandskräftiger Bescheid vorliegt oder dieser noch änderbar ist.
Gerade bei langen Arbeitswegen lohnt sich die Nachmeldung oft deutlich. Ob sich eine späte Abgabe rechnet, überschlägt der Lohnsteuer-Erstattungs-Check, die Fristen erklärt der Ratgeber Steuererklärung: Fristen und Tipps.
