Wie berechnen Sie Ihre Rentenpunkte 2026?
Ihre Entgeltpunkte pro Jahr sind Ihr Bruttojahresverdienst geteilt durch das vorläufige Durchschnittsentgelt aller Versicherten, 2026 sind das 51.944 Euro. Wer 45.000 Euro brutto verdient, sammelt in diesem Jahr also 0,8663 Entgeltpunkte. Wer genau 51.944 Euro verdient, erhält exakt 1,0 Punkte.
Das Durchschnittsentgelt legt die Bundesregierung jedes Jahr in der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung fest. Die rechtliche Grundlage für die Entgeltpunkte steht in Paragraf 63 ff. SGB VI. Der Rechner oben nutzt genau diese Formel: Jahresbrutto geteilt durch 51.944 Euro, gedeckelt bei der Beitragsbemessungsgrenze.
Das Prinzip dahinter: Ihre Rente spiegelt Ihre Lebensleistung im Verhältnis zu allen anderen Versicherten. Wer 2026 mit 70.000 Euro rund 35 Prozent über dem Durchschnitt verdient, sammelt mit 1,3476 Punkten auch rund 35 Prozent mehr Rentenanwartschaft als ein Durchschnittsverdiener. Über das gesamte Erwerbsleben addieren sich die Punkte aller Jahre zu Ihrer persönlichen Gesamtpunktzahl, die am Ende über die Rentenhöhe entscheidet.
Wie viel Rente bringt ein Rentenpunkt 2026?
Ein Rentenpunkt bringt ab dem 1. Juli 2026 genau 42,52 Euro Bruttorente pro Monat. Bis zum 30. Juni 2026 gilt noch der aktuelle Rentenwert von 40,79 Euro. Die Erhöhung um 4,24 Prozent hat die Deutsche Rentenversicherung in ihrer Meldung zur Rentenanpassung 2026 vom 5. März 2026 bekannt gegeben.
| Zeitraum | Aktueller Rentenwert je Punkt |
|---|---|
| 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026 | 40,79 € |
| ab 1. Juli 2026 (+4,24 Prozent) | 42,52 € |
Die monatliche Bruttorente berechnet sich als Entgeltpunkte mal aktueller Rentenwert mal Zugangsfaktor. Der Zugangsfaktor beträgt 1,0, wenn Sie regulär in Rente gehen; je Monat vorzeitigem Bezug sinkt er um 0,3 Prozent. Wann Sie regulär in Rente gehen können, zeigt der Renteneintritt-Rechner.
Die Anpassung zum 1. Juli wirkt automatisch auf alle Bestandsrenten und auf jeden bereits gesammelten Punkt. Wer heute 30 Punkte auf dem Konto hat, sieht seinen Anspruch allein durch die Erhöhung 2026 von 1.223,70 Euro auf 1.275,60 Euro steigen, ohne einen einzigen zusätzlichen Beitrag.
Wie viele Punkte bringt Ihr Bruttogehalt?
Die Tabelle zeigt für typische Jahresbruttoverdienste die Entgeltpunkte 2026 und den Rentenzuwachs, den dieses eine Beitragsjahr ab 1. Juli 2026 bringt (Punkte mal 42,52 Euro):
| Bruttojahresverdienst | Entgeltpunkte 2026 | Monatsrente aus diesem Jahr |
|---|---|---|
| 20.000 € | 0,3850 | 16,37 € |
| 30.000 € | 0,5775 | 24,56 € |
| 40.000 € | 0,7701 | 32,74 € |
| 45.000 € | 0,8663 | 36,84 € |
| 51.944 € (Durchschnitt) | 1,0000 | 42,52 € |
| 60.000 € | 1,1551 | 49,11 € |
| 70.000 € | 1,3476 | 57,30 € |
| 90.000 € | 1,7326 | 73,67 € |
| 101.400 € und mehr | 1,9521 (Maximum) | 83,00 € |
Mehr als 1,9521 Punkte pro Jahr sind nicht möglich: Beiträge werden nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 Euro im Jahr fällig. Wer 130.000 Euro verdient, sammelt genauso viele Punkte wie jemand mit 101.400 Euro. Was von Ihrem Bruttogehalt heute netto übrig bleibt, zeigt der Brutto-Netto-Rechner.
Rechenbeispiel: 40 Jahre lang 45.000 Euro brutto
Eine Angestellte verdient 40 Jahre lang konstant 45.000 Euro brutto (zur Vereinfachung immer auf dem Niveau von 2026) und geht regulär in Rente. So wird aus ihrem Verdienst die Bruttorente:
| Entgeltpunkte pro Jahr (45.000 / 51.944) | 0,8663 |
| Beitragsjahre | 40 |
| Entgeltpunkte gesamt (40 x 0,8663) | 34,6520 |
| Aktueller Rentenwert (ab 1.7.2026) | 42,52 € |
| Zugangsfaktor (regulärer Rentenbeginn) | 1,0 |
| Monatliche Bruttorente | 1.473,40 € |
34,652 Punkte mal 42,52 Euro ergeben 1.473,40 Euro Bruttorente. Ginge dieselbe Angestellte 24 Monate früher in Rente, sänke der Zugangsfaktor um 24 mal 0,3 Prozent auf 0,928 und die Rente auf 1.367,32 Euro. Zum Vergleich: Der Eckrentner mit 45 Jahren Durchschnittsverdienst kommt auf 45 Punkte mal 42,52 Euro gleich 1.913,40 Euro, die sogenannte Standardrente.
Wichtig: Das ist die Bruttorente. Davon gehen noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und gegebenenfalls Steuern ab. Wie viel netto von Ihrer Rente bleibt, berechnet der Rentenbesteuerungs-Rechner.
Was kostet ein Rentenpunkt 2026?
Ein voller Rentenpunkt kostet 2026 rechnerisch 9.661,58 Euro an Beiträgen: Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung beträgt 18,6 Prozent, angewendet auf das Durchschnittsentgelt von 51.944 Euro. Als Arbeitnehmer tragen Sie davon die Hälfte, die andere Hälfte zahlt der Arbeitgeber.
Dem stehen ab 1. Juli 2026 genau 42,52 Euro Monatsrente gegenüber, also 510,24 Euro Bruttorente pro Jahr für jeden Punkt. Ein Punkt amortisiert sich damit rein rechnerisch nach knapp 19 Rentenjahren, künftige Rentenanpassungen verkürzen diese Spanne. Wer die gesetzlichen Punkte ergänzen will, kann unter anderem eine betriebliche Altersvorsorge oder einen Riester-Vertrag prüfen.
Sammeln Minijobber und Eltern auch Rentenpunkte?
Ja. Minijobber mit Rentenversicherungspflicht sammeln anteilig Entgeltpunkte, denn auch ihr Verdienst wird durch das Durchschnittsentgelt von 51.944 Euro geteilt. Wer sich von der Versicherungspflicht befreien lässt, verzichtet auf diese Punkte und auf Wartezeitmonate. Was ein Minijob netto bringt, zeigt der Midijob-Rechner für den Übergangsbereich direkt darüber.
Eltern erhalten für Kindererziehungszeiten bis zu 3 Jahre je Kind gutgeschrieben (für Geburten ab 1992), mit rund 1 Entgeltpunkt pro Jahr. Drei Erziehungsjahre bringen damit ab 1. Juli 2026 rund 127,56 Euro zusätzliche Monatsrente (3 Punkte mal 42,52 Euro), ohne dass dafür eigene Beiträge fließen. Bei zwei Kindern sind es bis zu 6 Punkte und damit rund 255,12 Euro Monatsrente. Die Zeiten werden dem Elternteil zugeordnet, der das Kind überwiegend erzogen hat, in der Praxis meist der Mutter; per gemeinsamer Erklärung lässt sich das auf den anderen Elternteil übertragen.
Wie stark schmälern Abschläge Ihre Rente?
Je Monat, den Sie vor Ihrer regulären Altersgrenze in Rente gehen, sinkt Ihre Rente dauerhaft um 0,3 Prozent, denn der Zugangsfaktor fällt von 1,0 entsprechend ab. Zwei Jahre früherer Bezug bedeuten 7,2 Prozent Abschlag: Aus 1.913,40 Euro Standardrente würden 1.775,64 Euro, und dieser Abschlag gilt lebenslang, auch über den regulären Rentenbeginn hinaus.
Die Tabelle zeigt am Beispiel der Standardrente von 1.913,40 Euro (45 Punkte, Rentenwert ab 1. Juli 2026), was vorzeitiger Bezug kostet:
| Vorzeitiger Bezug | Abschlag | Zugangsfaktor | Monatsrente |
|---|---|---|---|
| 0 Monate | 0,0 % | 1,000 | 1.913,40 € |
| 12 Monate | 3,6 % | 0,964 | 1.844,52 € |
| 24 Monate | 7,2 % | 0,928 | 1.775,64 € |
| 36 Monate | 10,8 % | 0,892 | 1.706,75 € |
| 48 Monate | 14,4 % | 0,856 | 1.637,87 € |
Der Abschlag wirkt auf die gesamte Rente, nicht nur auf die zuletzt gesammelten Punkte. Wer stattdessen über die Regelaltersgrenze hinaus weiterarbeitet, sammelt weiter Punkte und verbessert seine Rente. Was Arbeiten neben oder statt der Rente finanziell bringt, zeigt der Aktivrente-Rechner.
Wie viele Punkte brauchen Sie für Ihre Wunschrente?
Für 1.500 Euro Bruttorente brauchen Sie ab 1. Juli 2026 rund 35,28 Entgeltpunkte, denn 1.500 Euro geteilt durch 42,52 Euro je Punkt ergeben diesen Wert. Die Rechnung funktioniert für jede Wunschrente: Zielbetrag geteilt durch den aktuellen Rentenwert gleich benötigte Punkte.
Bei 45.000 Euro Jahresbrutto sammeln Sie 0,8663 Punkte pro Jahr und bräuchten für 35,28 Punkte also knapp 41 Beitragsjahre. Bei Durchschnittsverdienst (1,0 Punkte pro Jahr) reichen gut 35 Jahre. Für 2.000 Euro Bruttorente sind rund 47,04 Punkte nötig, das schafft selbst ein Durchschnittsverdiener in 45 Jahren nicht ganz. Bedenken Sie zudem, dass die gesetzliche Bruttorente noch um Sozialabgaben und Steuern gekürzt wird; die Differenz zum tatsächlichen Bedarf im Alter zeigt der Rentenlücken-Rechner.
Welche typischen Fehler kosten Rentenpunkte?
Der teuerste Denkfehler ist die Annahme, mehr Gehalt bringe immer mehr Rente: Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 Euro (2026) sammeln Sie keinen einzigen Punkt zusätzlich, das Maximum bleibt bei 1,9521 Punkten pro Jahr. Wer deutlich mehr verdient, sollte die Differenz gezielt privat oder betrieblich vorsorgen.
Häufig verschenkt werden Punkte im Minijob: Die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht spart wenige Euro Eigenbeitrag, kostet aber Entgeltpunkte und Wartezeitmonate. Eltern sollten prüfen, ob die Kindererziehungszeiten im Versicherungsverlauf stehen, denn bis zu 3 Punkte je Kind gehen sonst verloren.
Unterschätzt wird außerdem der Unterschied zwischen Brutto und Netto: Von der Bruttorente gehen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie gegebenenfalls Steuern ab, real bleiben oft deutlich weniger als die Punkte mal 42,52 Euro. Und wer seine Renteninformation nicht liest, übersieht Lücken im Versicherungsverlauf, etwa fehlende Ausbildungs- oder Erziehungszeiten. Klären Sie solche Lücken früh mit einer Kontenklärung bei der Deutschen Rentenversicherung.
Teuer wird auch ein zu früher Rentenstart aus dem Bauch heraus: 36 Monate vorgezogener Bezug kosten dauerhaft 10,8 Prozent der gesamten Rente, bei der Standardrente also über 200 Euro im Monat. Rechnen Sie vor der Entscheidung beide Szenarien durch und vergleichen Sie den Abschlag mit dem, was zusätzliche Beitragsjahre an Punkten bringen würden.
Wie zuverlässig ist die Hochrechnung?
Der Rechner rechnet mit den festen Werten 2026: 51.944 Euro Durchschnittsentgelt, 42,52 Euro Rentenwert ab 1. Juli 2026, 18,6 Prozent Beitragssatz. Ihre tatsächliche Rente hängt zusätzlich davon ab, wie sich Ihr Gehalt relativ zum Durchschnitt aller Versicherten entwickelt und wie künftige Rentenanpassungen ausfallen.
Für die Punkte zählt nämlich immer das Verhältnis, nicht der absolute Betrag: Steigt Ihr Gehalt genauso schnell wie das Durchschnittsentgelt, sammeln Sie jedes Jahr gleich viele Punkte. Steigt es schneller, wächst Ihr Punktezuwachs pro Jahr, bei Teilzeitphasen oder Gehaltseinbußen sinkt er entsprechend. Verbindlich ist allein der Rentenbescheid der Deutschen Rentenversicherung; die jährliche Renteninformation zeigt Ihren aktuellen Punktestand und lohnt einen genauen Blick.