Wie funktioniert der Riester-Rechner?
Der Rechner ermittelt aus Vorjahresbrutto, Kinderzahl und eigenem Beitrag Ihre komplette Riester-Förderung 2026: die Zulagen, den Mindesteigenbeitrag für die volle Förderung, Ihre Förderquote und den möglichen zusätzlichen Steuervorteil aus der Günstigerprüfung. Eine Familie mit 45.000 Euro Brutto und zwei Kindern ab 2008 kommt auf 775 Euro Zulagen pro Jahr.
Grundlage sind die Paragrafen 84 bis 86 und 10a EStG. Die Zulagen zahlt die Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) bei der Deutschen Rentenversicherung direkt auf Ihren Vertrag, den Steuervorteil verrechnet das Finanzamt mit der Steuererklärung.
Welche Riester-Zulagen gibt es 2026?
2026 gibt es drei Zulagen: die Grundzulage von 175 Euro pro Jahr für jeden Sparer, die Kinderzulage von 300 Euro je Kind mit Geburtsjahr ab 2008 beziehungsweise 185 Euro für davor geborene Kinder, und einmalig 200 Euro Berufseinsteiger-Bonus für Sparer unter 25 Jahren.
| Zulage | Betrag pro Jahr | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Grundzulage | 175 EUR | § 84 EStG |
| Kinderzulage (Geburt ab 2008) | 300 EUR je Kind | § 85 EStG |
| Kinderzulage (Geburt vor 2008) | 185 EUR je Kind | § 85 EStG |
| Berufseinsteiger-Bonus (unter 25) | einmalig 200 EUR | § 84 Satz 2 EStG |
Die Kinderzulage erhält, wer für das Kind Kindergeld bezieht, bei Ehepaaren standardmäßig die Mutter. Wie viel Kindergeld Ihnen 2026 zusteht, zeigt der Kindergeld-Rechner.
Wie hoch ist der Mindesteigenbeitrag?
Für die volle Zulage müssen Sie 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Vorjahresbruttos einzahlen, abzüglich der Zulagen, mindestens aber den Sockelbetrag von 60 Euro pro Jahr (§ 86 EStG). Bei 45.000 Euro Brutto und zwei Kinderzulagen sind das 1.800 Euro minus 775 Euro Zulagen, also 1.025 Euro Eigenbeitrag.
Zahlen Sie weniger ein, wird die Zulage anteilig gekürzt: Wer nur die Hälfte des Mindesteigenbeitrags leistet, bekommt nur die halbe Zulage. Der Rechner zeigt Ihnen deshalb genau, wie viel Beitrag Ihnen zur vollen Förderung fehlt. Mehr als 2.100 Euro pro Jahr einzuzahlen bringt keine zusätzliche Förderung, denn dort endet der Sonderausgabenabzug.
Welche Riester-Werte und Grenzen gelten 2026?
2026 gelten 175 Euro Grundzulage, 300 Euro Kinderzulage je Kind ab Geburtsjahr 2008 (185 Euro davor) und ein Mindesteigenbeitrag von 4 Prozent des Vorjahresbruttos. Der Sonderausgabenabzug ist bei 2.100 Euro pro Jahr gedeckelt, der Sockelbetrag liegt bei 60 Euro.
| Kennzahl | Wert 2026 | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Grundzulage | 175 EUR | § 84 EStG |
| Kinderzulage (Geburt ab 2008) | 300 EUR je Kind | § 85 EStG |
| Kinderzulage (Geburt vor 2008) | 185 EUR je Kind | § 85 EStG |
| Berufseinsteiger-Bonus (unter 25) | einmalig 200 EUR | § 84 EStG |
| Mindesteigenbeitrag | 4 % des Vorjahresbruttos | § 86 EStG |
| Sockelbetrag | 60 EUR/Jahr | § 86 EStG |
| Höchstbetrag Sonderausgabenabzug | 2.100 EUR/Jahr | § 10a EStG |
| Teilkapitalauszahlung zu Rentenbeginn | bis 30 % | § 1 AltZertG |
Alle Zulagenbeträge sind gesetzlich fixiert und ändern sich nur durch eine Reform. Die Zertifizierungsvoraussetzungen der Verträge regelt das Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG).
Rechenbeispiel: Familie mit zwei Kindern (2026)
Eine Mutter mit 45.000 Euro Vorjahresbrutto und zwei 2015 und 2018 geborenen Kindern erhält 775 Euro Zulagen pro Jahr: 175 Euro Grundzulage plus zweimal 300 Euro Kinderzulage. Ihr Mindesteigenbeitrag beträgt 1.025 Euro, die Förderquote liegt bei 43 Prozent.
| Grundzulage | 175 EUR |
| Kinderzulagen (2 x 300 EUR) | 600 EUR |
| Mindesteigenbeitrag (4 % von 45.000 EUR - 775 EUR) | 1.025 EUR |
| Gesamtsparleistung pro Jahr | 1.800 EUR |
| Staatlicher Anteil (Förderquote) | 775 EUR (43 %) |
Von 1.800 Euro, die jährlich auf den Vertrag fließen, zahlt die Familie also nur 1.025 Euro selbst. Was aus den Beiträgen über 20 oder 30 Jahre werden kann, lässt sich mit dem Zinseszins-Rechner durchspielen.
Wie hoch ist die Förderquote je nach Kinderzahl?
Die Förderquote steigt mit jedem Kind stark an: Bei 30.000 Euro Vorjahresbrutto liegt sie ohne Kinder bei 15 Prozent, mit einem Kind bei 40 Prozent, mit zwei Kindern bei 65 Prozent und mit drei Kindern bei rund 90 Prozent. Grund sind die 300 Euro Kinderzulage je Kind, die den nötigen Eigenbeitrag drücken.
| Kinder (ab 2008) | Zulagen | Eigenbeitrag | Gesamt (4 % von 30.000 EUR) | Förderquote |
|---|---|---|---|---|
| 0 | 175 EUR | 1.025 EUR | 1.200 EUR | 15 % |
| 1 | 475 EUR | 725 EUR | 1.200 EUR | 40 % |
| 2 | 775 EUR | 425 EUR | 1.200 EUR | 65 % |
| 3 | 1.075 EUR | 125 EUR | 1.200 EUR | 90 % |
Für eine Familie mit drei jungen Kindern zahlt der Staat also fast die gesamte Sparleistung, während der eigene Anteil nur noch 125 Euro im Jahr beträgt, knapp über dem Sockelbetrag von 60 Euro. Wie viel Kindergeld parallel fließt, zeigt der Kindergeld-Rechner. Ob Riester Ihre spätere Versorgungslücke schließt, prüfen Sie mit dem Rentenlücken-Rechner.
Wie verändert eine Gehaltssteigerung den Eigenbeitrag?
Mit steigendem Gehalt steigt der Mindesteigenbeitrag, weil er 4 Prozent des Vorjahresbruttos beträgt. Bei zwei Kindern und 775 Euro Zulagen wächst der Eigenbeitrag von 425 Euro bei 30.000 Euro Brutto auf 1.025 Euro bei 45.000 Euro und 1.325 Euro bei 60.000 Euro Brutto.
| Vorjahresbrutto | 4 % Sparleistung | - Zulagen (2 Kinder) | Eigenbeitrag |
|---|---|---|---|
| 30.000 EUR | 1.200 EUR | 775 EUR | 425 EUR |
| 45.000 EUR | 1.800 EUR | 775 EUR | 1.025 EUR |
| 60.000 EUR | 2.100 EUR (gedeckelt) | 775 EUR | 1.325 EUR |
Ab einem Vorjahresbrutto von 52.500 Euro ist der Höchstbetrag von 2.100 Euro erreicht, mehr verlangt der Staat für die volle Zulage nicht. Genau deshalb sollten Sie den Beitrag nach jeder Gehaltserhöhung anpassen, sonst kürzt die Zulagenstelle die Förderung anteilig. Ihren persönlichen Steuersatz für die Günstigerprüfung zeigt der Einkommensteuer-Rechner.
Was bringt die Günstigerprüfung beim Finanzamt?
Mit der Anlage AV in der Steuererklärung prüft das Finanzamt automatisch, ob der Sonderausgabenabzug von bis zu 2.100 Euro (§ 10a EStG) mehr Steuerersparnis bringt als die Zulagen. Nur der Überhang wird zusätzlich erstattet, die Zulagen werden angerechnet.
Ein Beispiel: Ein Alleinstehender mit 60.000 Euro Einkommen und ohne Kinder zahlt 1.925 Euro ein und erhält 175 Euro Grundzulage. Der Abzug von 2.100 Euro spart ihm rund 800 Euro Steuern; nach Anrechnung der Zulage bleiben etwa 630 Euro zusätzliche Erstattung. Für Gutverdiener ohne Kinder ist Riester damit vor allem ein Steuersparmodell, für Familien mit Kindern dominieren die Zulagen. Ihren persönlichen Steuersatz zeigt der Einkommensteuer-Rechner.
Für wen lohnt sich Riester 2026?
Riester lohnt sich vor allem für zwei Gruppen: Familien mit mehreren Kindern, die dank Kinderzulagen Förderquoten von 40 bis über 80 Prozent erreichen, und rentenversicherungspflichtige Gutverdiener, die den Sonderausgabenabzug von 2.100 Euro voll ausschöpfen. Geringverdienende Elternteile erhalten schon ab 60 Euro Sockelbetrag die vollen Zulagen.
Unmittelbar förderberechtigt sind gesetzlich Rentenversicherte, Beamte, Elterngeldbezieher und Arbeitslosengeldempfänger. Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht sind nur mittelbar über den förderberechtigten Ehepartner dabei. Ob ein Riester-Vertrag Ihre Versorgungslücke schließt, prüfen Sie mit dem Rentenlücken-Rechner.
Kritisch bleiben die Kosten vieler Verträge und die Verrentungsregeln. Wer schon einen Vertrag hat, sollte ihn wegen der Zulagen meist besparen statt kündigen; bei Kündigung sind alle Zulagen und Steuervorteile zurückzuzahlen.
Wie viel Förderung erhalten Geringverdiener?
Geringverdienende Eltern erreichen die höchste Förderquote überhaupt: Wer so wenig verdient, dass 4 Prozent des Bruttos unter der Summe der Zulagen liegen, zahlt nur den Sockelbetrag von 60 Euro pro Jahr und erhält trotzdem die vollen Zulagen. Eine Mutter mit zwei jungen Kindern und 12.000 Euro Brutto bekommt so 775 Euro Zulagen für 60 Euro Eigenbeitrag.
Rechnerisch wären 4 Prozent von 12.000 Euro nur 480 Euro, abzüglich 775 Euro Zulagen ergäbe sich ein negativer Wert. Deshalb greift der Sockelbetrag: 60 Euro sind das gesetzliche Minimum, um die volle Förderung zu sichern. Aus 60 Euro eigenem Einsatz werden 835 Euro auf dem Vertrag, also mehr als das Dreizehnfache. Für Familien mit kleinem Einkommen ist Riester damit eines der wenigen Vorsorgeprodukte mit sofort sichtbarem Gewinn, weil der staatliche Anteil hier den eigenen Einsatz um ein Vielfaches übersteigt und unabhängig von der Kapitalmarktentwicklung fließt. Ob das die spätere Rentenlücke spürbar schließt, zeigt der Rentenlücken-Rechner, die zu erwartende Steuer im Ruhestand der Rentenbesteuerung-Rechner.
Welche Fehler kosten die Zulage?
Der häufigste Fehler ist ein zu niedriger Eigenbeitrag: Steigt Ihr Gehalt, steigt auch der Mindesteigenbeitrag von 4 Prozent, und die Zulage wird still gekürzt. Prüfen Sie den Beitrag deshalb nach jeder Gehaltserhöhung neu, der Rechner zeigt den fehlenden Betrag an.
- Kein Dauerzulagenantrag: Ohne Antrag über den Anbieter zahlt die ZfA nichts. Der Dauerzulagenantrag stellt das dauerhaft sicher.
- Kinderzulage falsch zugeordnet: Sie geht standardmäßig an die Mutter; eine Übertragung auf den Vater muss beantragt werden.
- Wegfall des Kindergelds: Endet der Kindergeldanspruch, entfällt die Kinderzulage, und der Mindesteigenbeitrag steigt.
- Anlage AV vergessen: Ohne sie verschenken Gutverdiener den zusätzlichen Steuervorteil aus der Günstigerprüfung.
Was passiert bei der Auszahlung?
Riester-Renten werden nachgelagert besteuert: In der Sparphase sind Beiträge und Zulagen steuerfrei gefördert, in der Rentenphase ist die Auszahlung voll steuerpflichtig mit Ihrem persönlichen Steuersatz. Da der Steuersatz im Ruhestand meist niedriger liegt als im Erwerbsleben, bleibt oft ein Vorteil.
Zu Rentenbeginn dürfen Sie sich bis zu 30 Prozent des Kapitals auf einen Schlag auszahlen lassen, der Rest fließt als lebenslange Rente. Wie viel Steuer im Ruhestand tatsächlich anfällt, schätzt der Rentenbesteuerung-Rechner; den passenden Auszahlungsplan für sonstiges Vermögen liefert der Entnahmeplan-Rechner.
Wie viel bringt die Förderung im ersten Jahr?
Bezogen auf den eigenen Beitrag bringt die staatliche Förderung im ersten Jahr eine sofortige Rendite von 76 Prozent im Beispiel der Familie mit zwei Kindern: Auf 1.025 Euro Eigenbeitrag kommen 775 Euro Zulagen. Kein regulär besparbares Produkt liefert diese Anfangsrendite, unabhängig von der späteren Kapitalmarktentwicklung.
Für Gutverdiener ohne Kinder entsteht der Vorteil anders: Sie erhalten 175 Euro Grundzulage plus den Überhang aus der Günstigerprüfung, im Beispiel des Alleinstehenden mit 60.000 Euro Einkommen rund 630 Euro zusätzliche Erstattung auf 1.925 Euro Eigenbeitrag. Beide Effekte wirken nur, wenn Sie den Mindesteigenbeitrag von 4 Prozent tatsächlich einzahlen. Was aus den geförderten Beiträgen über 20 bis 30 Jahre werden kann, spielen Sie mit dem Zinseszins-Rechner durch.
Was passiert bei Kündigung oder schädlicher Verwendung?
Wer seinen Riester-Vertrag kündigt oder das Kapital außerplanmäßig entnimmt, muss alle erhaltenen Zulagen und den Steuervorteil aus dem Sonderausgabenabzug vollständig zurückzahlen. Das nennt das Gesetz schädliche Verwendung; nur der selbst eingezahlte Anteil und die erzielten Erträge bleiben, letztere sind dann zu versteuern.
Deshalb lohnt es sich fast immer, einen bestehenden Vertrag beitragsfrei zu stellen statt zu kündigen: Beitragsfrei gestellt bleiben die bereits gutgeschriebenen Zulagen erhalten, nur neue Zulagen entfallen. Ein Anbieterwechsel per Übertragung des Kapitals auf einen neuen Vertrag ist förderunschädlich. Wer im Ruhestand plant, sollte die spätere Steuerlast einkalkulieren; sie schätzt der Rentenbesteuerung-Rechner.
Zulagen, Eigenbeitrag und Günstigerprüfung erklärt der Ratgeber Riester 2026.