Wie lange dauert es, ein Sparziel zu erreichen?
Bei 50.000 Euro Sparziel, 5.000 Euro Startkapital, 300 Euro monatlicher Sparrate und 3,0 Prozent Zins pro Jahr dauert es rund 10 Jahre und 4 Monate, also 124 Monate. Von den 50.362 Euro Endwert stammen 42.200 Euro aus Ihren Einzahlungen und 8.162 Euro aus dem Zinseszins. Der Rechner oben löst die Zinseszinsformel nach der Zahl der Monate auf.
Vier Größen bestimmen das Ergebnis: der Zielbetrag, das bereits vorhandene Startkapital, Ihre monatliche Sparrate und der jährliche Zinssatz. Je höher Zins und Startkapital, desto kürzer die Dauer, weil der Zinseszins auf ein größeres Kapital wirkt. Es handelt sich um eine vereinfachte Modellrechnung mit konstantem Zins, keine Anlageberatung.
Der Rechner unterstellt eine monatliche Verzinsung. Aus 3,0 Prozent pro Jahr wird also ein Monatszins von 3,0 Prozent geteilt durch zwölf, das sind 0,25 Prozent je Monat. Wie stark der Zinseszins über lange Zeiträume wirkt, sehen Sie im Detail im Zinseszins-Rechner.
Welche Formel steckt hinter dem Sparziel-Rechner?
Der Rechner nutzt die Endwertformel der Rentenrechnung mit monatlicher Verzinsung. Der Monatszins ist i = Zins geteilt durch 12. Nach n Monaten hat Ihr Kapital diesen Wert: Endwert = Startkapital mal (1 + i) hoch n plus Sparrate mal ((1 + i) hoch n minus 1) geteilt durch i. Der Rechner erhöht n so lange, bis der Endwert den Zielbetrag erreicht.
Der erste Summand verzinst Ihr Startkapital, der zweite summiert alle monatlichen Raten samt ihrer Zinsen auf. Löst man die Gleichung nach n auf, ergibt sich die Zahl der Monate über den Logarithmus. Für unser Beispiel liefert das exakt 124 Monate, denn nach 123 Monaten wären es noch keine 50.000 Euro.
Zwei Sonderfälle fängt der Rechner ab. Ist der Zins null, wächst das Kapital linear, und die Dauer ist schlicht der Fehlbetrag geteilt durch die Sparrate. Bei 50.000 Euro Ziel, 5.000 Euro Startkapital und 300 Euro Rate ohne Zins wären das genau 150 Monate, also 12 Jahre und 6 Monate. Fehlen sowohl Zins als auch Sparrate, ist das Ziel nicht erreichbar, weil das Kapital nicht wächst.
| Formelbaustein | Bedeutung | Wert im Beispiel |
|---|---|---|
| Zielbetrag | Was am Ende auf dem Konto stehen soll | 50.000 € |
| Startkapital | Bereits vorhandenes Guthaben zu Beginn | 5.000 € |
| Sparrate | Monatliche Einzahlung | 300 € |
| Zins pro Jahr | Nominaler Jahreszins, konstant angenommen | 3,0 % |
| Monatszins i | Zins geteilt durch 12 | 0,25 % |
| Ergebnis n | Monate bis zum Ziel | 124 |
Rechenbeispiel: 50.000 Euro Ziel mit 300 Euro im Monat
Mit 5.000 Euro Startkapital, 300 Euro Sparrate und 3,0 Prozent Zins erreichen Sie 50.000 Euro nach 124 Monaten, also 10 Jahren und 4 Monaten. Eingezahlt haben Sie bis dahin 42.200 Euro, der Zinseszins hat 8.162 Euro ergänzt. Der Endwert beträgt exakt 50.362 Euro, weil der letzte Monat das Ziel leicht überschreitet. So wächst das Guthaben über die Jahre:
| Zeitpunkt | Eingezahlt | Zinsen bis dahin | Kontostand |
|---|---|---|---|
| Nach 1 Jahr (12 Monate) | 8.600 € | 202 € | 8.802 € |
| Nach 2 Jahren (24 Monate) | 12.200 € | 520 € | 12.720 € |
| Nach 5 Jahren (60 Monate) | 23.000 € | 2.202 € | 25.202 € |
| Nach 10 Jahren (120 Monate) | 41.000 € | 7.669 € | 48.669 € |
| Ziel erreicht (124 Monate) | 42.200 € | 8.162 € | 50.362 € |
Beachten Sie den Verlauf der Zinsspalte. Im ersten Jahr sind es nur 202 Euro, im zehnten Jahr steuert der Zinseszins schon mehr als 1.700 Euro allein in diesem Jahr bei. Genau das ist der Effekt: Die Zinsen verzinsen sich selbst, und der Zuwachs beschleunigt sich, je größer das Kapital wird.
Anders gerechnet: Ohne jeden Zins bräuchten Sie für dieselben 50.000 Euro 150 Monate. Die 3,0 Prozent verkürzen die Sparzeit also um 26 Monate, mehr als zwei Jahre. Das ist der Grund, warum sich ein Blick auf den Zinssatz lohnt, bevor Sie die Sparrate erhöhen.
Wie wirken Sparrate und Zins auf die Dauer?
Eine höhere Sparrate verkürzt die Dauer stärker und verlässlicher als ein höherer Zins, weil sie sofort und in voller Höhe einzahlt. Bei 50.000 Euro Ziel und 5.000 Euro Startkapital zeigt die Tabelle, wie sich Sparrate und Zins kombinieren. Alle Angaben in Jahren und Monaten bis zum Erreichen des Ziels.
| Monatliche Sparrate | 0 % Zins | 1 % Zins | 3 % Zins | 5 % Zins |
|---|---|---|---|---|
| 200 € | 18 J. 9 M. | 16 J. 11 M. | 14 J. 3 M. | 12 J. 4 M. |
| 300 € | 12 J. 6 M. | 11 J. 8 M. | 10 J. 4 M. | 9 J. 3 M. |
| 400 € | 9 J. 5 M. | 8 J. 11 M. | 8 J. 1 M. | 7 J. 5 M. |
| 500 € | 7 J. 6 M. | 7 J. 3 M. | 6 J. 8 M. | 6 J. 2 M. |
Lesen Sie die Zeile mit 300 Euro. Von 0 auf 5 Prozent Zins sinkt die Dauer von 12 Jahren und 6 Monaten auf 9 Jahre und 3 Monate, eine Ersparnis von rund 39 Monaten. Verdoppeln Sie dagegen die Rate von 200 auf 400 Euro bei 3 Prozent, halbiert sich die Dauer fast von 14 Jahren und 3 Monaten auf 8 Jahre und 1 Monat.
Die Kombination aus beidem ist am stärksten. 500 Euro Rate bei 5 Prozent bringen Sie in 6 Jahren und 2 Monaten ans Ziel, ein Viertel der Zeit gegenüber 200 Euro ohne Zins. Wer sein Ziel zu einem festen Termin braucht, dreht deshalb an beiden Stellschrauben gleichzeitig.
Warum verkürzt vorhandenes Startkapital die Sparzeit so stark?
Startkapital wirkt doppelt: Es fehlt sofort weniger bis zum Ziel, und es verzinst sich über die gesamte Laufzeit. Erhöhen Sie im Beispiel das Startkapital von 5.000 auf 10.000 Euro, sinkt die Dauer bei sonst gleichen Werten von 124 auf 108 Monate, also von 10 Jahren und 4 Monaten auf genau 9 Jahre. Die zusätzlichen 5.000 Euro sparen 16 Monate.
Der Grund liegt im ersten Summanden der Formel. Startkapital wird über die volle Laufzeit verzinst, während eine erst später eingezahlte Rate nur die verbleibenden Monate mitnimmt. Ein Euro Startkapital arbeitet also länger als ein Euro Sparrate und trägt entsprechend mehr Zins bei.
Praktisch heißt das: Wer einen Bonus, eine Erbschaft oder Erspartes einbringt, kürzt die Sparzeit oft mehr, als es eine kleine Erhöhung der Monatsrate täte. Umgekehrt lohnt es sich, ein bestehendes Guthaben nicht auf einem unverzinsten Girokonto liegen zu lassen, denn dort verpufft der Zinseszins vollständig.
Fällt auf die Zinsen Abgeltungssteuer an?
Ja, Zinserträge unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer (§ 20 EStG). Steuerfrei bleiben die Zinsen jedoch bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person und Jahr, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 2.000 Euro. Erst der Teil darüber wird besteuert.
Im Beispiel entstehen über die gesamte Laufzeit 8.162 Euro Zinsen, verteilt auf gut zehn Jahre. Das sind im Schnitt weniger als 800 Euro Zinsertrag pro Jahr, also unterhalb des Pauschbetrags von 1.000 Euro. In dieser Konstellation fällt daher meist gar keine Abgeltungssteuer an, sofern Sie einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank erteilt haben.
Bei höheren Beträgen oder mehreren Konten kann der Pauschbetrag überschritten werden. Die tatsächliche Steuer auf den übersteigenden Teil ermitteln Sie mit dem Abgeltungssteuer-Rechner. Der Sparziel-Rechner selbst rechnet mit dem Bruttozins und bildet die Steuer nicht ab, weil sie von Ihrem Freistellungsauftrag und Ihrer Konfession abhängt.
Was bedeutet Inflation für mein Sparziel?
Inflation senkt die reale Kaufkraft Ihres Ziels, während Sie darauf hinsparen. 50.000 Euro in gut zehn Jahren entsprechen bei 2 Prozent jährlicher Inflation nur noch rund 40.700 Euro heutiger Kaufkraft. Der Betrag auf dem Konto stimmt, doch kaufen können Sie sich davon weniger als heute.
Für ein Sparziel mit festem Verwendungszweck bedeutet das: Wenn die Sache, die Sie kaufen wollen, ebenfalls teurer wird, sollten Sie das Ziel entsprechend höher ansetzen. Ein Auto, das heute 50.000 Euro kostet, kostet in zehn Jahren bei 2 Prozent Teuerung etwa 61.000 Euro. Die reale Sparlücke ist also größer, als die nominale Zahl vermuten lässt.
Wie stark die Inflation Ihre Kaufkraft über verschiedene Zeiträume auszehrt, rechnen Sie mit dem Inflationsrechner durch. Ein realer Vermögensaufbau gelingt nur, wenn der Zins nach Steuern über der Inflationsrate liegt. Bleibt der Zins darunter, wächst das Kapital nominal, verliert aber real an Wert.
Welche Denkfehler unterschätzen die Spardauer?
Der häufigste Fehler ist die Annahme eines konstant hohen Zinses über die gesamte Laufzeit. Der Rechner rechnet bewusst mit einem festen Zins, doch reale Zinsen schwanken. Ein Tagesgeldzins von heute 3 Prozent kann in einigen Jahren deutlich niedriger sein, was die tatsächliche Sparzeit verlängert. Rechnen Sie deshalb lieber vorsichtig mit einem niedrigeren Zins.
Fehler zwei ist, die Inflation zu ignorieren. Wer nur auf die nominale Zielzahl schaut, spart real zu wenig an. Fehler drei betrifft die Steuer: Wer den Sparerpauschbetrag durch andere Konten bereits ausgeschöpft hat, verliert auf jeden weiteren Zinseuro 25 Prozent plus Soli, was den Nettozins spürbar drückt.
Fehler vier ist, das Ziel losgelöst vom Zweck zu planen. Ein Sparziel für die Rente verlangt andere Zeiträume und Beträge als eine Rücklage für eine Anschaffung in drei Jahren. Für den Ruhestand hilft der Rentenlücke-Rechner, um den nötigen Zielbetrag zu bestimmen. Und wenn das Kapital später wieder ausgezahlt werden soll, planen Sie die Entnahme mit dem Entnahmeplan-Rechner.
Der Sparziel-Rechner ist ein Planungswerkzeug, keine Garantie und keine Anlageberatung. Er zeigt, wie sich Zielbetrag, Startkapital, Sparrate und Zins zueinander verhalten. Die konkrete Wahl einer Anlage und deren Risiken müssen Sie gesondert prüfen, denn höhere Zinsen gehen in der Praxis fast immer mit höheren Schwankungen einher.