SteuerGenau
Modul 4: Werkstudenten und das Werkstudentenprivileg

Modul 4 · Lektion 2 von 3

Steuern im Studentenjob: der Grundfreibetrag entscheidet

5 Minuten Lesezeit·Lektion 11 von 18 im Kurs

Bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 12.348 Euro fällt 2026 keine Einkommensteuer an. Dazu kommen der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro und der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 Euro. Wer darunter bleibt, bekommt einbehaltene Lohnsteuer über die Steuererklärung vollständig zurück.

Die Beträge, die für Sie arbeiten

Der Tarif des § 32a EStG setzt erst oberhalb des Grundfreibetrags an. Davor werden vom Bruttoarbeitslohn noch Pauschbeträge abgezogen, sodass die Grenze, ab der überhaupt Steuer anfällt, höher liegt als der Grundfreibetrag selbst.

PositionBetrag 2026Grundlage
Grundfreibetrag12.348 €§ 32a EStG
Arbeitnehmer-Pauschbetrag1.230 €§ 9a EStG
Sonderausgaben-Pauschbetrag36 €§ 10c EStG
Eingangssteuersatz oberhalb14 %§ 32a EStG

Wer tatsächlich höhere Werbungskosten hat als 1.230 Euro, etwa durch Fahrten zum Arbeitsort, Fachliteratur oder ein Zweitstudium, setzt diese einzeln an. Der Werbungskosten-Rechner zeigt, ab wann sich das lohnt.

Warum die Erklärung sich fast immer lohnt

Der Lohnsteuerabzug unterstellt, dass Sie das ganze Jahr gleichmässig verdienen. Wer nur in den Semesterferien arbeitet, zahlt in diesen Monaten Lohnsteuer, obwohl das Jahreseinkommen am Ende unter dem Grundfreibetrag bleibt. Diese Lohnsteuer erstattet das Finanzamt vollständig.

Für die freiwillige Abgabe gilt die Festsetzungsfrist der Abgabenordnung, Sie können also mehrere zurückliegende Jahre nachholen. Prüfen Sie Ihre Erstattung im Lohnsteuer-Erstattungs-Check und rechnen Sie die Steuer im Einkommensteuer-Rechner nach.

Erststudium oder Zweitstudium

Kosten eines Erststudiums sind nach der geltenden Rechtslage nur begrenzt als Sonderausgaben abziehbar. Bei einem Zweitstudium oder einem Studium nach abgeschlossener Berufsausbildung handelt es sich dagegen um Werbungskosten, die auch in Verlustjahren vorgetragen werden können. Diese Unterscheidung entscheidet oft über mehrere hundert Euro.

Selbst ausrechnen

Die Zahlen oben sind ein Beispiel. Hier rechnen Sie Ihren eigenen Fall.

§Einkommensteuer-Rechner 2026

Amtliche Sätze 2026

Kostenlos · Ihre Eingaben verlassen den Browser nicht

Ihre Einkommensteuer 2026

8.835,00 €

Durchschnittssteuersatz 19,6 %, Grenzsteuersatz 34,0 %. Jeder weitere Euro wird mit dem Grenzsteuersatz belastet.

Einkommensteuer8.835,00 €
Solidaritätszuschlag0,00 €
Kirchensteuer0,00 €
Gesamt8.835,00 €

Vergleich mit dem Tarif 2025

Einkommensteuer nach Tarif 20258.961,00 €
Einkommensteuer nach Tarif 20268.835,00 €
Ihre Ersparnis durch den Tarif 2026126,00 €
Steuer auf 1.000 Euro mehr Einkommen+336,00 €

Tarifzonen 2026

ZoneBereich (zvE)Grenzsteuersatz
Grundfreibetragbis 12.348 €0 %
Progressionszone 112.349 € bis 17.799 €14 % bis 24 %
Progressionszone 2Ihre Zone17.800 € bis 69.878 €24 % bis 42 %
Spitzensteuersatz69.879 € bis 277.825 €42 %
Reichensteuerab 277.826 €45 %

Stand: Steuerjahr 2026 · Schätzung nach amtlichen Sätzen · keine Steuerberatung

Was Ihr Ergebnis bedeutet

1

Durchschnittlich 19,6 %, an der Grenze 34,0 %

Auf Ihre gesamten 45.000 € zahlen Sie im Schnitt 19,6 % Einkommensteuer (8.835 €). Jeder zusaetzliche Euro wird aber mit Ihrem Grenzsteuersatz von 34,0 % belastet. Deshalb kosten 1.000 Euro mehr Einkommen Sie 336 € zusaetzliche Steuer, nicht 196 €.

2

Der Tarif 2026 spart Ihnen 126 € gegenueber 2025

Mit dem Tarif 2025 haetten Sie 8.961 € Einkommensteuer gezahlt, 2026 sind es 8.835 €. Der hoehere Grundfreibetrag (12.348 € statt 12.096 €) und die verschobenen Tarifeckwerte gleichen einen Teil der kalten Progression aus.

3

Sie zahlen keinen Solidaritaetszuschlag

Ihre Einkommensteuer liegt unter der Freigrenze von 20.350 €. Erst darueber setzt der Soli mit einer Milderungszone ein.

Das Wichtigste

  • Bis 12.348 Euro zu versteuerndem Einkommen fällt keine Einkommensteuer an
  • Arbeitnehmer-Pauschbetrag 1.230 Euro und Sonderausgaben-Pauschbetrag 36 Euro kommen hinzu
  • Einbehaltene Lohnsteuer holt die freiwillige Steuererklärung zurück

Kurz geprüft

Ohne Bewertung. Die Erklärung erscheint nach Ihrer Antwort.

Sie arbeiten nur in den Semesterferien und zahlen dort Lohnsteuer. Ihr Jahreseinkommen bleibt unter 12.348 Euro. Was passiert?

Quellen

Zuletzt geprüft: 28. Juli 2026

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