SteuerGenau
Modul 1: Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag und wann er überschritten wird

Modul 1 · Lektion 3 von 3

Was ein Euro Werbungskosten wirklich einbringt

5 Minuten Lesezeit·Lektion 3 von 18 im Kurs

Werbungskosten senken nicht die Steuer, sondern das zu versteuernde Einkommen. Zurück kommt daher nur der Anteil, der Ihrem Grenzsteuersatz entspricht, 2026 zwischen 14 und 42 Prozent. Bei 100 Euro zusätzlichen Werbungskosten sind das je nach Einkommen 14 bis 42 Euro, dazu 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag.

Warum der Grenzsteuersatz entscheidet

Der Einkommensteuertarif nach § 32a EStG ist progressiv. Werbungskosten wirken deshalb immer auf den obersten, am höchsten besteuerten Teil Ihres Einkommens. Wer mehr verdient, bekommt für denselben Beleg mehr zurück.

zu versteuerndes Einkommen 2026GrenzsteuersatzWirkung von 100 € Werbungskosten
bis 12.348 €0 %0 €
12.349 bis 17.799 €14 bis 24 %14 bis 24 €
17.800 bis 69.878 €24 bis 42 %24 bis 42 €
69.879 bis 277.825 €42 %42 €
ab 277.826 €45 %45 €

Dazu kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Einkommensteuer, soweit die Freigrenze von 20.350 Euro Einkommensteuer überschritten ist, und die Kirchensteuer von 9 Prozent, in Bayern und Baden-Württemberg 8 Prozent. Beide sinken mit, wenn die Einkommensteuer sinkt.

Der Sprung über die Schwelle ist der teuerste Punkt

Solange Ihre Werbungskosten unter 1.230 Euro liegen, bringt jeder weitere Beleg exakt null Euro. Erst oberhalb dieser Schwelle beginnt die Wirkung. Deshalb ist es sinnvoller, alle Posten eines Jahres vollständig zu sammeln, als einzelne besonders große zu suchen.

Wer knapp unter der Schwelle liegt, kann planbare Ausgaben wie einen neuen Rechner oder ein Seminar bewusst in ein Jahr legen, in dem ohnehin viel zusammenkommt. Das Zuflussprinzip nach § 9 EStG stellt auf das Jahr der Zahlung ab.

Was am Ende zurückkommt, schätzt der Lohnsteuer-Erstattungs-Check, genauer rechnet der Einkommensteuer-Rechner.

Selbst ausrechnen

Die Zahlen oben sind ein Beispiel. Hier rechnen Sie Ihren eigenen Fall.

§Ihre Angaben

Amtliche Sätze 2026

Kostenlos · Ihre Eingaben verlassen den Browser nicht

Mögliche Erstattung

ca. 665 €

Sie haben voraussichtlich mehr Lohnsteuer gezahlt als nötig. Mit Werbungskosten, Fahrtkosten und Sonderausgaben wird die Erstattung meist noch höher. Eine Steuererklärung lohnt sich.

Geschätzte Jahres-Lohnsteuer6.835 €
Tatsächlich gezahlt7.500 €
Differenz665 €

Stand: Steuerjahr 2026 · Schätzung nach amtlichen Sätzen · keine Steuerberatung

Das Wichtigste

  • Zurück kommt nur der Grenzsteuersatz, 2026 zwischen 14 und 42 Prozent
  • Unterhalb von 1.230 Euro bringt jeder zusätzliche Beleg null Euro
  • Soli und Kirchensteuer sinken mit der Einkommensteuer automatisch mit

Kurz geprüft

Ohne Bewertung. Die Erklärung erscheint nach Ihrer Antwort.

Ihr Grenzsteuersatz liegt bei 30 Prozent. Wie viel bringen 500 Euro Werbungskosten oberhalb des Pauschbetrags ungefähr?

Quellen

Zuletzt geprüft: 28. Juli 2026

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