SteuerGenau
Modul 6: Belege, Nachweise und häufige Fehler

Modul 6 · Lektion 3 von 3

Die häufigsten Fehler bei Werbungskosten

5 Minuten Lesezeit·Lektion 18 von 18 im Kurs

Fünf Fehler kosten regelmäßig Geld: gar keine Erklärung abgeben, unter 1.230 Euro Belege sammeln, die Rückfahrt bei der Entfernungspauschale mitzählen, Homeoffice-Tage und Pendeltage doppelt ansetzen sowie Arbeitgebererstattungen nicht gegenzurechnen. Alle fünf lassen sich vor dem Absenden prüfen.

Die fünf teuersten Fehler

FehlerFolgeBesser
Keine Erklärung abgebender gesamte Betrag über 1.230 Euro bleibt liegenfreiwillige Abgabe, vier Jahre rückwirkend möglich
Belege sammeln, ohne die Schwelle zu prüfenAufwand ohne jede Wirkungzuerst grob überschlagen, dann sortieren
Hin- und Rückweg bei der EntfernungspauschaleRückfrage, Kürzung, im Wiederholungsfall genauere Prüfungnur die einfache Entfernung ansetzen
Volle Pendeltage plus volle Homeoffice-Tagerechnerisch mehr Arbeitstage als das Jahr hatTage sauber trennen, Summe gegen den Kalender prüfen
Arbeitgebererstattungen nicht abziehendoppelte Berücksichtigung, Korrektur des Bescheidssteuerfreie Erstattungen aus der Lohnsteuerbescheinigung gegenrechnen

Weitere Klassiker

  • Anzug und Businesskleidung angesetzt. Nach § 12 EStG nicht abziehbar, siehe Modul 4.
  • Teure Anschaffung im Dezember. Bei abnutzbaren Wirtschaftsgütern wirkt im ersten Jahr nur der Anteil ab dem Kaufmonat.
  • Erstausbildung als Werbungskosten erklärt. § 9 Absatz 6 EStG schließt das aus, es bleiben Sonderausgaben.
  • Doppelte Haushaltsführung ohne finanzielle Beteiligung. Die häufigste Streichung in Modul 5.
  • Verpflegungsmehraufwand über drei Monate hinaus. Die Frist wird maschinell geprüft.

Die Prüfung vor dem Absenden

Addieren Sie alle Posten und vergleichen Sie die Summe mit 1.230 Euro. Prüfen Sie dann, ob die Zahl der Pendeltage plus die Zahl der Tage zu Hause plus Urlaub und Krankheit ein plausibles Jahr ergibt. Ziehen Sie zuletzt alles ab, was Ihr Arbeitgeber steuerfrei erstattet hat.

Die Gesamtsumme bildet der Werbungskosten-Rechner, die erwartete Erstattung der Lohnsteuer-Erstattungs-Check.

Damit sind Sie durch

Sie kennen jetzt die Systematik des § 9 EStG, die wichtigsten Kostenblöcke und die Nachweise, die dazugehören. Der zentrale Satz zum Mitnehmen: Werbungskosten wirken erst oberhalb von 1.230 Euro, und dann in Höhe Ihres Grenzsteuersatzes.

Selbst ausrechnen

Die Zahlen oben sind ein Beispiel. Hier rechnen Sie Ihren eigenen Fall.

§Ihre Angaben

Amtliche Sätze 2026

Kostenlos · Ihre Eingaben verlassen den Browser nicht

Ihre Steuerersparnis durch Werbungskosten

Ersparnis ca. 524 € / Jahr

Ihre Werbungskosten von 2.772 € liegen 1.542 € über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 EUR. Nur dieser Teil spart bei Ihrem Grenzsteuersatz von 34 % zusätzlich Steuern.

Pendlerpauschale (0,38 EUR/km)1.672 €
Homeoffice-Pauschale (max. 1.260 EUR)360 €
Arbeitsmittel300 €
Telefon/Internet240 €
Fortbildung und Sonstiges200 €
Summe Werbungskosten2.772 €
Über dem Pauschbetrag (1.230 EUR)1.542 €
Steuerersparnis524 €

Stand: Steuerjahr 2026 · Schätzung nach amtlichen Sätzen · keine Steuerberatung

Das Wichtigste

  • Der teuerste Fehler ist, gar keine Erklärung abzugeben
  • Die Entfernungspauschale erfasst nur die einfache Entfernung
  • Pendeltage und Tage zu Hause dürfen sich nicht überschneiden
  • Steuerfreie Arbeitgebererstattungen sind immer gegenzurechnen

Kurz geprüft

Ohne Bewertung. Die Erklärung erscheint nach Ihrer Antwort.

Sie haben 1.150 Euro Werbungskosten belegt und geben deshalb keine Steuererklärung ab. Was ist daran problematisch?

Quellen

Zuletzt geprüft: 28. Juli 2026

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