Modul 2: Wie das Elterngeld berechnet wird: das Nettoeinkommen im BemessungszeitraumModul 2 · Lektion 2 von 3
Vom Brutto zum Elterngeld-Netto
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Das Elterngeld-Netto entsteht in vier Schritten: laufendes Bruttoentgelt, minus ein Zwölftel des Arbeitnehmer-Pauschbetrags von 1.230 Euro, minus pauschale Steuern nach § 2e BEEG, minus pauschale Sozialabgaben nach § 2f BEEG. Auf dieses Ergebnis wird die gesetzliche Ersatzrate angewendet. Der Wert weicht deshalb regelmäßig von Ihrem tatsächlichen Auszahlungsbetrag ab.
Wie kommt die Elterngeldstelle auf das maßgebliche Netto?
Das Elterngeld-Netto ist nicht der Betrag auf Ihrer Gehaltsabrechnung. Es ist eine eigene Rechengröße nach § 2c BEEG, die aus dem laufenden Bruttoentgelt in vier Schritten abgeleitet wird.
| Schritt | Was abgezogen wird | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| 1 | Ausgangswert: laufendes Bruttoentgelt im Monatsdurchschnitt | § 2c Absatz 1 BEEG |
| 2 | ein Zwölftel des Arbeitnehmer-Pauschbetrags von 1.230 Euro, also 102,50 Euro | § 2c Absatz 1 BEEG |
| 3 | Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, pauschal ermittelt | § 2e BEEG |
| 4 | Beiträge zur Sozialversicherung, pauschal ermittelt | § 2f BEEG |
Der Abzug in Schritt 2 ist fest: Es wird immer ein Zwölftel des Arbeitnehmer-Pauschbetrags abgezogen, unabhängig davon, ob Sie tatsächlich Werbungskosten hatten oder in Ihrer Steuererklärung mehr geltend machen.
Warum weicht das Ergebnis von Ihrer Gehaltsabrechnung ab?
Weil die Abzüge in den Schritten 3 und 4 pauschaliert sind. § 2e BEEG und § 2f BEEG schreiben eigene Berechnungsregeln und eigene Beitragssätze vor. Ihre tatsächlichen Beiträge, ein individueller Zusatzbeitrag Ihrer Krankenkasse oder ein eingetragener Lohnsteuerfreibetrag spielen dabei keine Rolle.
Zum Vergleich die tatsächlichen Arbeitnehmeranteile 2026, die Ihre Gehaltsabrechnung prägen: Rentenversicherung 9,3 Prozent, Arbeitslosenversicherung 1,3 Prozent, Krankenversicherung 7,3 Prozent aus dem allgemeinen Satz von 14,6 Prozent zuzüglich des halben Zusatzbeitrags von durchschnittlich 2,9 Prozent, Pflegeversicherung 1,8 Prozent und in Sachsen 2,3 Prozent. Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen von 69.750 Euro für Kranken- und Pflegeversicherung und 101.400 Euro für Renten- und Arbeitslosenversicherung fallen keine weiteren Beiträge an.
Für die Kirchensteuer gilt eine Besonderheit: Sie wird nur abgezogen, wenn im letzten Monat des Bemessungszeitraums Kirchensteuerpflicht bestand. Ihr laufendes Netto rechnen Sie im Brutto-Netto-Rechner nach, die Leistungshöhe im Elterngeld-Rechner.
Selbst ausrechnen
Die Zahlen oben sind ein Beispiel. Hier rechnen Sie Ihren eigenen Fall.
§Brutto-Netto-Rechner 2026
Amtliche Sätze 2026IHR NETTO
2.625,83 €
Sie behalten 66 % Ihres Bruttolohns
121,19 €
pro Arbeitstag
15,15 €
pro Stunde
Stand: Steuerjahr 2026 · Schätzung · keine Steuerberatung
✓Was Ihr Ergebnis bedeutet
Sie behalten 66 % Ihres Bruttolohns
6.338,00 € gehen als Steuern, 10.152,00 € als Sozialabgaben pro Jahr. Der Rest gehört Ihnen.
Von der nächsten Gehaltserhöhung kommen ca. 60 % an
Ihr Grenzsteuersatz liegt bei 31 %. 100 Euro mehr brutto bringen Ihnen grob 60 € netto.
Sie zahlen keinen Solidaritätszuschlag
Ihre Lohnsteuer liegt unter der Freigrenze von 20.350 €.
ALS NÄCHSTES
- › Verheiratet? Prüfen Sie, ob eine andere Kombination mehr bringt: Steuerklassen-Rechner
- › Sehen Sie, was eine Gehaltserhöhung wirklich bringt: Gehaltserhöhung-Rechner
- › Zu viel Lohnsteuer gezahlt? Erstattung prüfen
Netto über alle Gehälter
Monatsnetto von 1.500 bis 10.000 Euro Monatsbrutto, mit Ihren Einstellungen. Der Punkt markiert Ihr Gehalt.
Das Wichtigste
- Das Elterngeld-Netto ist eine eigene Rechengröße, nicht Ihr Auszahlungsbetrag
- Pauschal abgezogen wird ein Zwölftel des Arbeitnehmer-Pauschbetrags, also 102,50 Euro
- Steuern und Sozialabgaben werden nach den eigenen Sätzen der §§ 2e und 2f BEEG ermittelt
- Ein individueller Kassen-Zusatzbeitrag oder ein Lohnsteuerfreibetrag wirkt sich nicht aus
Quellen
Zuletzt geprüft: 28. Juli 2026