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Modul 3: Umsatzsteuer: Kleinunternehmerregelung, Regelbesteuerung, Voranmeldung

Modul 3 · Lektion 1 von 3

Kleinunternehmerregelung: für wen sie sich lohnt

6 Minuten Lesezeit·Lektion 7 von 18 im Kurs

Nach § 19 UStG sind die Umsätze kleiner Unternehmen von der Umsatzsteuer befreit, solange der Gesamtumsatz die dort genannten Grenzen einhält. Sie weisen dann keine Umsatzsteuer aus und haben keinen Vorsteuerabzug. Ein Verzicht auf die Regelung bindet Sie mindestens fünf Kalenderjahre.

Wie die Regelung funktioniert

§ 19 UStG stellt die Umsätze steuerfrei, wenn der Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr eine im Gesetz genannte Grenze nicht überschritten hat und im laufenden Jahr eine zweite, höhere Grenze nicht überschreitet. Die genauen Beträge stehen in § 19 Absatz 1 Satz 1 UStG und wurden zuletzt geändert, prüfen Sie sie dort im Originaltext nach.

Zwei Punkte werden oft übersehen. Erstens: Wird die Grenze für das laufende Jahr unterjährig überschritten, endet die Befreiung ab diesem Umsatz, nicht erst im Folgejahr. Zweitens: Der Gesamtumsatz nach § 19 Absatz 2 UStG wird nach vereinnahmten Entgelten berechnet, Verkäufe von Anlagevermögen bleiben außer Ansatz.

Kleinunternehmer oder Regelbesteuerung

SituationKleinunternehmerRegelbesteuerung
Kunden sind PrivatpersonenVorteil: Ihr Preis ist günstigerNachteil: Steuer verteuert den Preis
Kunden sind Unternehmenneutral, Kunde zieht Vorsteuer ohnehin abneutral
Hohe AnfangsinvestitionenNachteil: kein VorsteuerabzugVorteil: Vorsteuer wird erstattet
Verwaltungsaufwandgering, keine Voranmeldungen nach § 18 Absatz 1 bis 4 UStGhöher, regelmäßige Voranmeldungen

Die Entscheidung ist keine Glaubensfrage, sondern eine Rechenaufgabe. Stellen Sie die erwartete Vorsteuer aus Investitionen dem Preisvorteil bei Privatkunden gegenüber, etwa mit dem Mehrwertsteuer-Rechner.

Der Verzicht und seine Bindung

Sie können nach § 19 Absatz 3 UStG gegenüber dem Finanzamt unwiderruflich erklären, dass Sie auf die Befreiung verzichten und zur Regelbesteuerung wechseln. Diese Erklärung bindet Sie mindestens fünf Kalenderjahre. Danach ist ein Widerruf mit Wirkung ab dem Beginn eines folgenden Kalenderjahres möglich.

Selbst ausrechnen

Die Zahlen oben sind ein Beispiel. Hier rechnen Sie Ihren eigenen Fall.

§Mehrwertsteuer-Rechner 2026

Amtliche Sätze 2026

Kostenlos · Ihre Eingaben verlassen den Browser nicht

Aufgeschlagene Mehrwertsteuer

190,00 €

Bei 19 % ergibt sich aus 1.000,00 € netto ein Bruttobetrag von 1.190,00 €.

Beide Lesarten Ihres Betrags von 1.000,00 €

InterpretationNettoMwStBrutto
Betrag ist der NettopreisIhre Auswahl1.000,00 €190,00 €1.190,00 €
Betrag ist der Bruttopreis840,34 €159,66 €1.000,00 €

Stand: 2026 · Par. 12 UStG (19 % / 7 %) · keine Steuerberatung

Was Ihr Ergebnis bedeutet

1

Mit 7 % ermaessigtem Satz laegen nur 70,00 € Steuer im Betrag

Beim selben Betrag von 1.000,00 € macht der Unterschied zwischen 19 % und dem ermaessigten Satz von 7 % genau 120,00 € aus. Der ermaessigte Satz gilt u. a. fuer Lebensmittel, Buecher, Zeitungen und den OePNV (Par. 12 Abs. 2 UStG).

2

Kleinunternehmer nach Par. 19 UStG weisen keine Umsatzsteuer aus

Wer im Vorjahr hoechstens 25.000 € Umsatz hatte und im laufenden Jahr 100.000 € nicht ueberschreitet, kann die Kleinunternehmerregelung nutzen: keine Umsatzsteuer auf Rechnungen, aber auch kein Vorsteuerabzug. Fuer Kunden ohne Vorsteuerabzug (Privatkunden) macht das Angebote effektiv guenstiger.

3

Vorsteuerabzug: fuer Unternehmen zaehlt der Nettobetrag

Vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen bekommen die 190,00 € vom Finanzamt zurueck, fuer sie kostet der Einkauf effektiv 1.000,00 €. Privatpersonen tragen dagegen den vollen Bruttobetrag von 1.190,00 €.

Das Wichtigste

  • § 19 UStG stellt die Umsätze frei, er senkt nicht nur den Steuersatz
  • Ohne Umsatzsteuer gibt es auch keinen Vorsteuerabzug
  • Wird die laufende Jahresgrenze überschritten, endet die Befreiung sofort
  • Der Verzicht bindet mindestens fünf Kalenderjahre

Kurz geprüft

Ohne Bewertung. Die Erklärung erscheint nach Ihrer Antwort.

Sie investieren im ersten Jahr hohe Beträge in Ausstattung. Was spricht das für?

Quellen

Zuletzt geprüft: 28. Juli 2026

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