SteuerGenau
Modul 2: Sparer-Pauschbetrag und Freistellungsauftrag

Modul 2 · Lektion 2 von 3

Freistellungsauftrag auf mehrere Banken verteilen

5 Minuten Lesezeit·Lektion 5 von 18 im Kurs

Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank ab dem ersten Euro Abgeltungsteuer ein. Sie dürfen die 1.000 Euro auf beliebig viele Institute aufteilen, die Summe aller Aufträge darf den Pauschbetrag aber nicht übersteigen. Die Angabe der Steuer-Identifikationsnummer ist Pflicht.

Wie der Freistellungsauftrag wirkt

Der Freistellungsauftrag nach § 44a EStG weist Ihre Bank an, bis zu einem bestimmten Betrag keine Kapitalertragsteuer einzubehalten. Er wirkt nur bei dem Institut, dem Sie ihn erteilt haben. Erträge bei einer zweiten Bank sind davon unberührt.

Ohne Auftrag ist der Ertrag nicht verloren, aber er ist zunächst versteuert. Sie holen die Steuer dann über die Anlage KAP zurück, was ein Jahr oder länger dauert.

Die Verteilung planen

Depoterwartete Erträgesinnvoller Freistellungsauftrag
Tagesgeldkonto600 €600 €
ETF-Depot300 €400 €
Altes Sparbuch0 €0 €
Summe1.000 €

Überschreiten alle Aufträge zusammen 1.000 Euro, ist das kein Kavaliersdelikt: Die Banken melden die freigestellten Beträge an das Bundeszentralamt für Steuern, das den Abgleich automatisch vornimmt. Eine Anpassung ist jederzeit kostenlos möglich.

Zwei Formalien, an denen es oft scheitert

Steuer-Identifikationsnummer. Ein Freistellungsauftrag ohne gültige Steuer-ID ist unwirksam. Bei Gemeinschaftskonten werden beide Nummern gebraucht.

Gemeinschaftliche Aufträge. Einen Auftrag über 2.000 Euro können nur zusammen veranlagte Ehegatten erteilen, und nur für Gemeinschaftskonten oder für Konten beider Partner bei derselben Bank.

Wie viel Steuer bei fehlendem Auftrag zunächst abgezogen wird, zeigt der Abgeltungssteuer-Rechner.

Das Wichtigste

  • Der Freistellungsauftrag wirkt nur bei dem Institut, das ihn erhalten hat
  • Die Summe aller Aufträge darf 1.000 Euro pro Person nicht übersteigen
  • Ohne gültige Steuer-Identifikationsnummer ist der Auftrag unwirksam
  • Ein fehlender Auftrag kostet keine Steuer, aber Liquidität bis zur Erstattung

Quellen

Zuletzt geprüft: 28. Juli 2026

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