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Bildungsgutschein beantragen: Anspruch, Kosten, Ablauf

Der Bildungsgutschein übernimmt Lehrgangskosten, Fahrkosten, Kinderbetreuung und teils Unterbringung für eine Weiterbildung nach Paragraf 81 SGB III. Es besteht kein Rechtsanspruch, sondern eine Ermessensentscheidung der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Voraussetzung ist, dass die Weiterbildung notwendig ist, um Arbeitslosigkeit zu beenden oder abzuwenden, und dass Maßnahme und Träger nach der AZAV zugelassen sind.

Senior adults attend a computer class, led by an instructor, in a classroom setting.
Foto: Kampus Production / Pexels

Zuletzt geprüft: 16. Juli 2026

Was ist der Bildungsgutschein und wer zahlt es?

Der Bildungsgutschein ist ein Dokument der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters, mit dem die Kosten einer beruflichen Weiterbildung übernommen werden. Er berechtigt dazu, sich innerhalb einer bestimmten Frist und in einer bestimmten Region einen zugelassenen Träger und eine zugelassene Maßnahme zu suchen. Rechtsgrundlage sind die Paragrafen 81 und folgende des SGB III, die die Förderung der beruflichen Weiterbildung regeln.

Übernommen werden können Lehrgangskosten, Fahrkosten zur Maßnahme, Kosten für Kinderbetreuung während der Teilnahme und in bestimmten Fällen Kosten für auswärtige Unterbringung und Verpflegung. Welche Kosten im Einzelfall anerkannt werden, hängt von der jeweiligen Maßnahme und der persönlichen Situation ab. Die genaue Höhe der einzelnen Pauschalen nennt die zuständige Agentur für Arbeit im Beratungsgespräch.

Wichtig ist, dass es sich um eine Ermessensleistung handelt und nicht um einen Rechtsanspruch wie beim Kindergeld oder beim Wohngeld. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter prüft, ob die Weiterbildung tatsächlich notwendig ist, um eine drohende oder bestehende Arbeitslosigkeit zu beenden oder abzuwenden, und ob sie in den regionalen Arbeitsmarkt passt. Eine Weiterbildung aus reinem persönlichem Interesse wird deshalb in aller Regel nicht gefördert.

Die Maßnahme und der Bildungsträger müssen nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung, kurz AZAV, zugelassen sein. Diese Zulassung stellt sicher, dass Qualität und Ausrichtung der Weiterbildung bestimmten Standards entsprechen. Wer sich einen Kurs ohne diese Zulassung aussucht, bekommt ihn über den Bildungsgutschein nicht finanziert, selbst wenn der Inhalt fachlich passend wäre.

Wer bekommt einen Bildungsgutschein?

Diese Voraussetzungen entscheiden. Prüfen Sie sie der Reihe nach gegen Ihre eigene Lage; eine einzige davon nicht zu erfüllen bedeutet nicht automatisch, dass kein Anspruch besteht.

  • Arbeitslose und Arbeitsuchende, bei denen eine Weiterbildung notwendig ist, um Arbeitslosigkeit zu beenden oder abzuwenden.
  • Auch Beschäftigte können gefördert werden, wenn ihnen Arbeitslosigkeit droht oder ein Berufsabschluss fehlt.
  • Es ist eine Ermessensleistung, kein Rechtsanspruch. Entscheidend ist die Notwendigkeit im Einzelfall.
  • Maßnahme und Träger müssen nach der AZAV zugelassen sein.
  • Übernommen werden Lehrgangskosten, Fahrkosten, Kinderbetreuung und gegebenenfalls Unterbringung und Verpflegung.
  • Bei einer abschlussbezogenen Weiterbildung kommt eine Prämie bei erfolgreichem Abschluss hinzu, im Bürgergeld zusätzlich das Weiterbildungsgeld für die Dauer der Maßnahme.

Was wird übernommen?

Wovon die Höhe der Übernahme abhängtBetrag
Lehrgangskosten
Wird im Einzelfall von der Agentur für Arbeit festgelegt
abhängig von Träger und Maßnahme
Fahrkosten
Pauschalen nennt die zuständige Agentur
abhängig von Entfernung zur Maßnahme
Kinderbetreuungskostenabhängig vom tatsächlichen Bedarf während der Maßnahme
Unterbringung und Verpflegungnur bei auswärtiger Maßnahme, abhängig vom Einzelfall
Prämie bei Abschlussabhängig von Art und Erfolg der abschlussbezogenen Weiterbildung
Weiterbildungsgeldfür die Dauer der Maßnahme, Höhe nennt die Agentur für Arbeit

Der Bildungsgutschein wird häufig mit einer klassischen Umschulung verwechselt, ist aber ein eigenständiges Instrument, das von kurzen Weiterbildungen bis zu mehrjährigen Umschulungen reichen kann. Entscheidend ist immer die individuelle Beratung, in der gemeinsam mit der Vermittlungsfachkraft geklärt wird, welche Qualifizierung im konkreten Fall zielführend ist. Ohne dieses Beratungsgespräch wird kein Gutschein ausgestellt.

Ein häufiger Grund, warum der Bildungsgutschein nicht beantragt wird, ist die Annahme, man müsse zuerst arbeitslos gemeldet sein. Tatsächlich richtet sich die Förderung auch an Beschäftigte, denen Arbeitslosigkeit droht, etwa weil ihr Arbeitsplatz durch Digitalisierung oder Strukturwandel wegfällt. Auch wer noch in Beschäftigung ist, sollte deshalb frühzeitig das Gespräch mit der Agentur für Arbeit suchen.

Bei erfolgreichem Abschluss einer abschlussbezogenen Weiterbildung, etwa einer Umschulung mit anerkanntem Berufsabschluss, kann eine Prämie gezahlt werden. Seit der Einführung des Bürgergeldes gibt es zusätzlich das Weiterbildungsgeld, das für die Dauer der Maßnahme gezahlt wird, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Beide Beträge werden von der zuständigen Stelle im Einzelfall genannt und hängen von der Art der Maßnahme ab.

Der Gutschein ist immer regional und zeitlich befristet: Er gilt nur für eine bestimmte Region, meist den Bezirk der ausstellenden Agentur, und nur für einen festgelegten Zeitraum, in dem der Kurs beginnen muss. Wer diesen Zeitraum verstreichen lässt, muss die Ausstellung eines neuen Gutscheins beantragen und das Beratungsgespräch erneut durchlaufen. Deshalb sollte die Trägersuche zügig nach Erhalt des Gutscheins beginnen.

Beispiel: Weg zum Bildungsgutschein für eine Umschulung

Ein durchgerechneter Fall sagt mehr als jede Voraussetzungenliste. Die Zahlen sind gerundet und ersetzen keinen Bescheid, zeigen aber die Größenordnung.

PositionWert
AusgangslageBeschäftigter, dessen Stelle durch Automatisierung wegfällt
Erster SchrittBeratungstermin bei der Agentur für Arbeit vereinbaren
Prüfung durch die AgenturNotwendigkeit der Weiterbildung zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit wird geprüft
TrägerwahlAZAV-zugelassener Träger und Maßnahme werden ausgewählt
Ausstellung des Gutscheinsregional und zeitlich befristeter Gutschein wird ausgestellt
KursbeginnMaßnahme muss innerhalb der Gültigkeitsfrist beginnen
Während der MaßnahmeFahrkosten und gegebenenfalls Weiterbildungsgeld werden übernommen beziehungsweise gezahlt
Abschlussbei erfolgreichem Abschluss kann eine Prämie gezahlt werden

Entscheidend für den Erfolg des Antrags ist die Beratung, in der die Notwendigkeit der Weiterbildung für die Vermeidung von Arbeitslosigkeit dargelegt wird. Wer die Maßnahme gut begründet und einen zugelassenen Träger nachweist, hat deutlich bessere Chancen auf eine positive Ermessensentscheidung. Da es sich um kein automatisches Recht handelt, lohnt es sich, die eigene berufliche Situation und die Marktlage im Beratungsgespräch klar darzustellen und Belege mitzubringen.

So beantragen Sie den Bildungsgutschein

In dieser Reihenfolge, weil jeder Schritt den nächsten möglich macht. Ein unvollständiger Antrag wahrt in der Regel bereits die Frist, Unterlagen lassen sich nachreichen.

  1. Vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit oder im Jobcenter und begründen Sie den Weiterbildungsbedarf.
  2. Legen Sie dar, welche Stellen Ihnen ohne die Qualifikation verschlossen sind, und belegen Sie das mit Stellenangeboten.
  3. Lassen Sie sich den Bildungsgutschein ausstellen, bevor Sie sich bei einem Träger anmelden.
  4. Suchen Sie eine nach der AZAV zugelassene Maßnahme, etwa über die Datenbank KURSNET, und prüfen Sie, dass Ort und Zeitraum zum Gutschein passen.
  5. Geben Sie den Gutschein beim Träger ab. Dieser rechnet direkt mit der Agentur oder dem Jobcenter ab.
  6. Beantragen Sie Fahrkosten und Kinderbetreuungskosten ausdrücklich mit, sonst wird darüber nicht entschieden.

Welche Unterlagen brauchen Sie?

Legen Sie diese Unterlagen vor dem Ausfüllen bereit. Fehlende Nachweise sind der häufigste Grund, warum sich eine Bewilligung um Wochen verzögert.

  • Lebenslauf sowie Zeugnisse über Schule, Ausbildung und Weiterbildungen
  • Nachweise über Bewerbungen und Ablehnungen, die die Notwendigkeit belegen
  • Angaben zur gewünschten Maßnahme mit Träger, Ort, Dauer und Kosten
  • Bei Fahrkosten und Kinderbetreuung: Nachweise über Entfernung und Betreuungskosten
  • Bei gesundheitlichen Einschränkungen: ärztliche Unterlagen, die den Berufswechsel begründen

Ab wann wird gezahlt, und gibt es Geld rückwirkend?

  • Der Bildungsgutschein ist regional und zeitlich befristet. Lösen Sie ihn innerhalb der eingetragenen Geltungsdauer ein, sonst verfällt er.
  • Melden Sie sich beim Träger erst nach Erhalt des Gutscheins an. Eine bereits begonnene Maßnahme wird in der Regel nicht mehr gefördert.
  • Beantragen Sie früh, denn Beratung, Bewilligung und Kursbeginn müssen zusammenpassen.
  • Gegen eine Ablehnung können Sie binnen eines Monats Widerspruch einlegen.

Die häufigsten Irrtümer

Diese Annahmen halten mehr Menschen von einem Antrag ab als die tatsächlichen Voraussetzungen.

Ich muss arbeitslos sein, um einen Gutschein zu bekommen. Das stimmt nicht. Der Bildungsgutschein richtet sich auch an Beschäftigte, denen Arbeitslosigkeit droht, etwa durch Wegfall des Arbeitsplatzes. Wer wartet, bis die Kündigung ausgesprochen ist, verschenkt oft wertvolle Zeit für eine frühzeitige Umschulung oder Weiterbildung.

Ich kann mir jeden beliebigen Kurs aussuchen. Auch das ist ein Irrtum. Nur Maßnahmen und Träger, die nach der AZAV zugelassen sind, werden über den Bildungsgutschein finanziert. Wer sich vorschnell für einen nicht zugelassenen Anbieter entscheidet, muss die Kosten selbst tragen und den Antrag von vorn beginnen.

Der Gutschein ist ein Rechtsanspruch wie das Kindergeld. Der Bildungsgutschein ist eine Ermessensleistung, kein Rechtsanspruch. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter entscheidet im Einzelfall, ob die Weiterbildung notwendig ist. Eine gute Begründung und ein klarer Bezug zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit erhöhen die Chancen erheblich, ersetzen aber keinen automatischen Anspruch.

Sonderfälle, die häufig übersehen werden

Die Regelfälle stehen oben. Diese Konstellationen entscheiden in der Praxis über viele Anträge und stehen in keinem Merkblatt an prominenter Stelle.

Beschäftigte ohne Arbeitslosigkeit. Auch wer noch in Beschäftigung ist, kann einen Bildungsgutschein erhalten, wenn Arbeitslosigkeit droht. Das betrifft häufig Beschäftigte in Branchen mit starkem Strukturwandel, etwa in der Automobilindustrie. Die Agentur für Arbeit prüft in diesem Fall besonders genau, ob die Weiterbildung tatsächlich zur Vermeidung der Arbeitslosigkeit beiträgt.

Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Für ältere Beschäftigte gibt es unter bestimmten Voraussetzungen erleichterte Regelungen bei der Förderung beruflicher Weiterbildung. Die konkrete Ausgestaltung hängt von der individuellen Erwerbsbiografie und der aktuellen Arbeitsmarktlage ab. Ein Gespräch mit der Agentur für Arbeit klärt, welche Sonderregelung im Einzelfall greift.

Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer. Wer nach einer Familienphase in den Beruf zurückkehren möchte, kann ebenfalls einen Bildungsgutschein erhalten, wenn eine Weiterbildung die Wiedereingliederung erleichtert. Auch hier spielt der individuelle Bedarf, etwa der Ausgleich veralteter Kenntnisse, eine wichtige Rolle bei der Entscheidung. Kinderbetreuungskosten können in diesen Fällen besonders relevant sein.

Abbruch der Maßnahme. Wird eine geförderte Maßnahme vorzeitig abgebrochen, kann das Auswirkungen auf bereits gezahlte Leistungen und auf künftige Förderungen haben. Die Gründe für den Abbruch werden von der Agentur für Arbeit geprüft, wobei gesundheitliche oder andere unverschuldete Gründe anders behandelt werden als ein freiwilliger Abbruch. Eine frühzeitige Meldung an die zuständige Stelle ist in jedem Fall wichtig.

Was tun, wenn der Antrag abgelehnt wird?

Wird der Bildungsgutschein abgelehnt, lohnt sich ein Blick auf die Begründung der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Häufig wird die Notwendigkeit der Weiterbildung für die Vermeidung von Arbeitslosigkeit bezweifelt oder der gewählte Träger ist nicht AZAV-zugelassen. Ein Widerspruch sollte die berufliche Situation, die Arbeitsmarktlage und den Nutzen der konkreten Maßnahme genauer darlegen und, wenn möglich, mit Nachweisen zu offenen Stellen oder zum Strukturwandel in der Branche untermauern. Da es sich um eine Ermessensentscheidung handelt, ist es wichtig, Ermessensfehler aufzuzeigen, etwa wenn vergleichbare Fälle anders entschieden wurden.

Ein Widerspruch ist formlos möglich und kostet nichts. Ein Satz genügt: dass Sie dem Bescheid vom Datum X widersprechen und die Begründung nachreichen. Die Frist beträgt einen Monat ab Bekanntgabe; welches Gericht anschließend zuständig ist, steht in der Rechtsbehelfsbelehrung Ihres Bescheids. Kostenlose Hilfe bekommen Sie bei den Sozialverbänden VdK und SoVD, bei Caritas und Diakonie und bei den Verbraucherzentralen.

Wo Sie kostenlose Hilfe beim Antrag bekommen

Sie müssen das nicht allein ausfüllen, und Beratung kostet nichts. Nach Paragraf 14 SGB I hat jede Behörde eine gesetzliche Beratungspflicht: Die Stelle, bei der Sie beantragen, muss Ihnen beim Ausfüllen helfen und Sie auf Leistungen hinweisen, die Ihnen zustehen. Bestehen Sie darauf, wenn Sie abgewiesen werden.

Unabhängig beraten die Sozialverbände VdK und SoVD, die Wohlfahrtsverbände Caritas, Diakonie, Arbeiterwohlfahrt und Paritätischer, die Verbraucherzentralen sowie die allgemeinen Sozialberatungsstellen der Kommunen. Für Mietfragen kommen die Mietervereine dazu, bei Schulden die anerkannten Schuldnerberatungsstellen. Diese Stellen kennen die örtliche Praxis der Ämter, was bei Ermessensentscheidungen oft mehr wert ist als die Kenntnis des Gesetzestextes.

Geht es um einen Widerspruch oder eine Klage vor dem Sozialgericht, gibt es Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe. Verfahren vor den Sozialgerichten sind für Versicherte und Leistungsempfänger gerichtskostenfrei. Der Gang zum Sozialgericht ist also kein finanzielles Risiko, und ein erheblicher Teil der Klagen gegen Sozialleistungsbescheide hat zumindest teilweise Erfolg.

Welche Leistungen Sie zusätzlich prüfen sollten

Sozialleistungen hängen zusammen: Der Bezug der einen schaltet oft die nächste frei, und genau diese Kette kennt kaum jemand. Prüfen Sie mit dem Geld-Finder in einem Durchgang alle Leistungen für Ihren Haushalt.

Wohngeld beantragen · Kinderzuschlag beantragen · Geld-Finder für weitere Leistungen · Alle Leistungen im Überblick

Rechtsgrundlagen und amtliche Informationen: SGB III, Paragraf 81, Förderung der beruflichen Weiterbildung, SGB III, Paragraf 82, Voraussetzungen der Förderung, Bundesagentur für Arbeit, Informationen zum Bildungsgutschein, AZAV, Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung.

Häufige Fragen

1Wer bekommt einen Bildungsgutschein?

Einen Bildungsgutschein können Arbeitslose und Beschäftigte erhalten, denen Arbeitslosigkeit droht, wenn eine Weiterbildung notwendig ist, um diese zu beenden oder abzuwenden. Es besteht kein Rechtsanspruch, sondern eine Ermessensentscheidung der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Entscheidend ist das Beratungsgespräch, in dem die persönliche und berufliche Situation geprüft wird.

2Was wird übernommen?

Übernommen werden können Lehrgangskosten, Fahrkosten zur Maßnahme, Kinderbetreuungskosten während der Teilnahme und in bestimmten Fällen Kosten für auswärtige Unterbringung und Verpflegung. Welche Kosten konkret anerkannt werden, hängt von der Maßnahme und der persönlichen Situation ab. Die genauen Beträge nennt die zuständige Agentur für Arbeit im Einzelfall.

3Ist der Bildungsgutschein zeitlich befristet?

Ja. Der Gutschein gilt nur für einen festgelegten Zeitraum, innerhalb dessen die geförderte Maßnahme beginnen muss, und ist zudem regional begrenzt, meist auf den Bezirk der ausstellenden Agentur. Wer die Frist verstreichen lässt, muss einen neuen Gutschein beantragen und das Beratungsgespräch erneut durchlaufen.

4Bekomme ich eine Prämie für den Abschluss?

Bei erfolgreichem Abschluss einer abschlussbezogenen Weiterbildung, etwa einer Umschulung mit anerkanntem Berufsabschluss, kann eine Prämie gezahlt werden. Die Höhe und die genauen Voraussetzungen nennt die zuständige Agentur für Arbeit im Beratungsgespräch. Zusätzlich gibt es seit dem Bürgergeld das Weiterbildungsgeld für die Dauer der Maßnahme.

5Muss der Bildungsträger irgendeine Zulassung haben?

Ja. Maßnahme und Träger müssen nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung, kurz AZAV, zugelassen sein. Ohne diese Zulassung wird die Weiterbildung über den Bildungsgutschein nicht finanziert, unabhängig davon, wie passend der Inhalt fachlich erscheint.

6Kann ich den Bildungsgutschein auch als Beschäftigter bekommen?

Ja, wenn Ihnen Arbeitslosigkeit droht, etwa weil Ihr Arbeitsplatz durch Strukturwandel oder Digitalisierung wegfällt. Die Agentur für Arbeit prüft in diesem Fall besonders genau, ob die geplante Weiterbildung tatsächlich zur Vermeidung der Arbeitslosigkeit beiträgt. Ein frühzeitiges Beratungsgespräch ist deshalb sinnvoll, bevor der Arbeitsplatz tatsächlich verloren geht.

Quellen

Jede Zahl auf dieser Seite folgt diesen amtlichen Veröffentlichungen.

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